Buckten–Basel noch in weiter Ferne

Trotz Bemühungen des Kantons wird die Strecke des Läufelfingerlis nicht verlängert.

Eine Verlängerung der S9 könnte sogar Nachteile mit sich bringen.

Eine Verlängerung der S9 könnte sogar Nachteile mit sich bringen.

(Bild: Dominik Plüss)

Lisa Groelly

Das Läufelfingerli wird in absehbarer Zukunft nicht bis Basel verkehren. Dies macht der Baselbieter Regierungsrat in der Antwort auf ein Postulat von Alt-SP-Landrat Martin Rüegg klar. Neben Rüeggs Postulat hat der Regieurngsrat auch zu zwei weiteren Vorstössen, die gleich nach der Läufelfingerli-Abstimmung unter dem Slogan «S9 jetzt stärken» eingereicht wurden, Stellung genommen.

Rüegg fordert, die Integration des Läufelfingerli in ein bestehendes S-Bahn-Netz zu prüfen. Wie der Regierungsrat in seiner Antwort erklärt, hatten die Planungsverantwortlichen ein Konzept erarbeitet, in dem ab 2035 eine von drei stündlichen S-Bahnen zwischen Basel und Olten über Läufelfingen verkehren sollte. Der Bundesrat hat diese Verbindung aber nicht aufgenommen.

Unter diesen Rahmenbedingungen würde eine Verlängerung der S9 nun sogar Nachteile mit sich bringen. Die Fernverkehrsanschlüsse würden sich sowohl in Sissach als auch in Olten verschlechtern und die Reisezeit vom Homburgertal nach Basel wäre zehn Minuten länger als mit einer guten Umsteigeverbindung. Weil die Perrons zwischen Sissach, Läufelfingen und Olten aktuell zu kurz sind für längere «Flirt»-Kompositionen, wäre eine Verlängerung ausserdem mit hohen Kosten verbunden. Der Regierungsrat habe deshalb gemeinsam mit dem Kanton Solothurn beschlossen, «die Verlängerung der S9 nach Basel in den langfristigen Horizont zu schieben und erst im Zusammenhang mit der Ausdehnung des S-Bahn-Viertelstundentaktes von Liestal bis Sissach zu betrachten».

Zu eng zum Wenden

In einem weiteren Vorstoss verlangt SP-Landrat Jan Kirchmayr zu prüfen, in Rümlingen einen Umsteigeknoten einzurichten, an dem die Buspassagiere auf die S9 umsteigen könnten. Die Nachforschungen des Kantons haben ergeben, dass dafür «umfangreiche bauliche Massnahmen» nötig wären. Da der Rümlinger Bahnhof oberhalb des Dorfes liegt und nur über eine steile, schmale Rampe erreicht werden kann, ist es dort aktuell nicht möglich, einen Bus zu wenden.

Per Fahrplanwechsel im Dezember 2019 soll ein neues ÖV-Angebot eingeführt werden, mit dem Bus und Bahn nicht mehr gleichzeitig verkehren, sondern aufeinander abgestimmt sind. Dafür hat die Regierung sowohl Rümlingen als auch Buckten als Umsteigeknoten geprüft. Weil in Buckten ein neuer Wendeplatz in kurzer Zeit und mit verhältnismässig wenig Aufwand möglich ist, wurde Buckten als Knotenpunkt ausgewählt.

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