BLT will selbstfahrende Busse testen

Kein Chauffeur an Bord: Auf den Linien 92 und 109 sollen bald selbstfahrende Busse unterwegs sein. BLT-Direktor Andreas Büttiker will «die Entwicklung nicht verpassen».

Kleines Vorbild. Der führerlose Bus von Neuhausen fährt nur Tempo 25.

Kleines Vorbild. Der führerlose Bus von Neuhausen fährt nur Tempo 25.

(Bild: Keystone)

Die Baselland Transport (BLT) will in zwei Jahren ein Pilotprojekt mit selbstfahrenden Bussen starten. Für den Test kommen die Line 92 zwischen Oberdorf und Liedertswil sowie die Linie 109 zwischen Rümlingen und Häfelfingen infrage, wie die Basellandschaftliche Zeitung gestern berichtete. Diese Strecken sind vergleichsweise kurz, haben kein hohes Verkehrsaufkommen und werden nur von wenigen Fahrgästen genutzt.

Andreas Büttiker, Direktor der BLT, bestätigt gegenüber der BaZ, dass die Idee für ein solches Pilotprojekt besteht. «Anstoss war ein Postulat von FDP-Landrat Rolf Richterich, der ein Pilotprojekt für autonome Shuttlebusse gefordert hat. Daraufhin hat sich der Kanton mit uns in Verbindung gesetzt.»

Für die BLT sei ein solches Projekt eine gute Chance, um das Knowhow zu erweitern. «Es ist wichtig, dass wir die enorme technische Entwicklung, die derzeit im Gang ist, nicht verpassen», sagt Büttiker. Deshalb wäre die BLT bereit und würde sich freuen, einen selbstfahrenden Elektrokleinbus testen zu können. Doch Büttiker betont auch: «Das Ganze ist noch nicht spruchreif. Letztendlich liegt es an Regierungs- und Landrat, diesen Pilotversuch zu genehmigen und natürlich auch zu finanzieren.»

Reizvoll wäre der Test insbesondere deshalb, weil an anderen Orten in der Schweiz bereits solche Projekte laufen oder in Vorbereitung sind. «So könnten wir von einem Bus profitieren, der bereits die nötigen Zulassungen durchschritten hat und in der Praxis getestet wird», sagt Büttiker.

Vorbild für den Bus im Oberbaselbiet soll die Linie 12 sein, die seit vergangenem März in Neuhausen am Rheinfall verkehrt. Die Linie ist ein Projekt des Swiss Transit Labs – ein Kompetenzzentrum, in dem der Kanton Schaffhausen sowie verschiedene Unternehmen aus der ÖV-Branche zusammengeschlossen sind. Der Bus bietet Platz für elf Fahrgäste, die alle sitzen müssen. Ausserdem fährt eine Begleitperson im Bus mit, die alles unter Kontrolle hat und eingreift, falls der Bus beispielsweise aufgrund eines Hindernisses nicht mehr weiterfahren kann.

Häfelfingen weiss von nichts

Der Schaffhauser Bus passiert Fussgängerstreifen und Rechtsvortritte und benutzt dieselben Haltestellen wie der Linienbus. «Wir haben für den Test bewusst eine anspruchsvolle Strecke gewählt, um den Bus an seine Grenzen zu bringen», sagt Carmen Müller, Sprecherin der Verkehrsbetriebe Schaffhausen. Die Testphase läuft Ende 2019 aus. Danach soll der Bus in den Regelbetrieb überführt werden.

Der Häfelfinger Gemeinderat Rainer Feldmeier arbeitet aktiv für eine bessere ÖV-Erschliessung seines Dorfs. Er hat bisher noch nichts von den Plänen der BLT gewusst und zeigt sich erstaunt. Eigentlich stehe er in regem Kontakt mit dem Transportunternehmen. Feldmeier äussert Bedenken: «Die Linie 109 wird vor allem von Schülern genutzt. Deren Sicherheit muss jederzeit gewährleistet sein.»

Carmen Müller weist darauf hin, dass komplett selbstfahrende Busse derzeit gesetzlich gar nicht erlaubt sind. «Ausserdem ist die Technologie auch noch nicht so weit.» Auch BLT-Chef Büttiker hält fest: «Wir sind noch weit weg davon, selbstfahrende Fahrzeuge auf Strecken mit hohem Fahrgast- und Verkehrsaufkommen einzusetzen.»

Basler Zeitung

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