BLT will Bremsenergie vom Trams besser nutzen

Die ungenutzte Bremsenergie der Trams sollen künftig nicht mehr nur als Wärme verpuffen. Die BLT testet darum eine neue Technik.

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Die Baselland Transport AG (BLT) will die Bremsenergie ihrer Trams in Zukunft verstärkt nutzen. Sie testet zwei Pilotanlagen mit neuartigen Strom-Zwischenspeichern.

Kernstück der in der Wendeschlaufe Münchenstein-Dorf und im Depot Ruchfeld verbauten Anlagen sei ein sogenannter modularer Schwungmassenspeicher, teilte die BLT am Freitag mit. Die über die Oberleitung eingespeiste Bremsenergie der Trams beschleunige einen Rotor, der anschliessend die zusätzlich benötigte Energie liefere, wenn das Tram wieder anfährt.

Die Investitionen belaufen sich auf rund 130'000 Franken pro Anlage. Die Speichereinheit wiege rund eine Tonne. Die BLT ist gemäss eigener Angaben der erste Bahnbetrieb in Europa, der das neuartige amerikanische Zwischenspeichersystem teste. Im Vergleich zu anderen bislang in Europa eingesetzten Systemen sei der Platzbedarf geringer.

Bislang sei ein grosser Teil der Bremsenergie für Heizung und Klimaanlage der Fahrzeuge verwendet oder in die Fahrleitung zurück geleitet worden. Der Rest wurde jedoch über elektrische Widerstände auf dem Dach als Wärme ungenutzt der Umwelt abgegeben. Dies sei eine «nicht mehr erwünschte Energieverschwendung».

Bei einem störungsfreien Betrieb könnten die Pilotanlagen eine jährliche Energieeinsparung von je 120'000 Kilowattstunden erziehen. Dies entspreche einen Verbrauch von 25 Einfamilienhäusern. Sollte der im Juni gestartete dreijährige Test positiv verlaufen, sei ein Anschluss des gesamten Netzes an solche Energiespeicher denkbar.

amu/sda

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