Bildungsrat will umstrittene Lehrmittel nicht verbieten

Statt eines Verbots bestimmter Lehrmittel, wie eine vom Landrat überwiesene unformulierte Initiative fordert, empfiehlt der Baselbieter Bildungsrat eine begrenzte Lehrmittelfreiheit. Er schlägt eine Änderung des Bildungsgesetzes vor.

Der Bildungsrat will bei den Lehrmitteln eine Auswahl, kein Verbot.

Der Bildungsrat will bei den Lehrmitteln eine Auswahl, kein Verbot.

(Bild: Keystone)

Der Bildungsrat arbeite schon seit Sommer 2017 an einem neuen Lehrmittelkonzept, heisst in einer Mitteilung vom Montag. Künftig soll jede Lehrperson aus einer kantonalen Lehrmittelliste frei wählen können, mit welchen Lehrmitteln sie die Bildungsziele des Lehrplans Volksschule Basel-Landschaft bearbeitet und erfüllt.

Die Empfehlung stehe in Übereinstimmung mit dem Entwurf für eine Totalrevision der Lehrmittelverordnung. Diese will der im Landkanton für Lehrmittel zuständige Bildungsrat gemäss Mitteilung im November für eine Anhörung verabschieden.

Dem Bildungsrat sei es ein Anliegen, ein «methodisch und didaktisch vielfältiges Angebot an Lehrmitteln zur Auswahl zu stellen». Ein gesetzliches Verbot von Lehrmitteln, wie dies die Initiative «Stopp dem Verheizen von Schüler/-innen: Ausstieg aus dem gescheiterten Passepartout-Fremdsprachenprojekt» fordert, lehnt er dagegen ab.

Der Landrat hatte der unformulierten Initiative im vergangenen Februar mit 44 zu 38 Stimmen bei zwei Enthaltungen zugestimmt. Sie fordert eine Rückkehr zum früheren Fremdsprachenunterricht an den Volksschulen und will die Lehrmittel «Mille feuilles», «Clin d'Oeil» und «New World» verbieten.

Derzeit arbeitet die Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion eine Landratsvorlage zur Initiative aus. Ziel sei es, bis Ende 2019 den Umsetzungsvorschlag dem Parlament vorzulegen. Das Volksbegehren war 2016 vom Komitee «Starke Schule Baselland» eingereicht worden. Die Regierung hatte sich dagegen ausgesprochen.

Initianten reagieren positiv

Die «Starke Schule» reagiert in einer Stellungnahme positiv auf die vom Bildungsrat vorgeschlagene Variante. Die Lehrmittelliste müsse jedoch mehrere international anerkannte Lehrmittel enthalten, die aufbauend strukturiert sind und das pädagogische Grundprinzip «von einfach zu schwierig» erfüllen.

Im Sinne eines Kompromisses würde das Komitee im Gegenzug akzeptieren, dass die bisherigen Lehrmittel ebenfalls in die Lehrmittelliste aufgenommen werden könnten. Über das weitere Vorgehen will «Starke Schule» gemäss Mitteilung vom Montag entscheiden, sobald die Lehrmittellisten definitiv beschlossen sind.

amu/sda

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