Bevölkerung ist verunsichert, doch Ärzte entwarnen

Seit Bekanntwerden der Trinkwasserverunreinigung in Liestal wurden etwa gleich viele Patienten mit Durchfall oder Übelkeit behandelt wie sonst auch. Es konnten keine Auffälligkeiten festgestellt werden.

Weder bei Haus- oder Kinderärzten, noch im Kantonsspital Liestal konnte eine deutliche Zunahme an Patienten mit Magen-Darm-Beschwerden erfasst werden.

Weder bei Haus- oder Kinderärzten, noch im Kantonsspital Liestal konnte eine deutliche Zunahme an Patienten mit Magen-Darm-Beschwerden erfasst werden.

(Bild: Gaetan Bally)

Lisa Groelly

Auch wenn dem Kanton bisher keine offiziellen Krankheitsfälle infolge der Trinkwasserverschmutzung bekannt sind, ist die Bevölkerung verunsichert und besorgt. Bei der BaZ hat sich gestern Morgen eine Mutter aus Liestal gemeldet. Ihr Mann, die dreijährige Tochter und sie selbst hätten seit Tagen starke Magen-Darm-Beschwerden. Sie befürchte, dass sich ihre zweimonatige Tochter auch noch anstecken könnte, insbesondere weil diese von ihr gestillt wird.

Insgesamt litten in ihrem Haus sieben Personen unter Durchfall, sagt sie. Auch in der Apotheke und beim Kinderarzt sei ihr bestätigt worden, dass mehrere Leute erkrankt seien. «Es ist nicht nichts. Es gibt zahlreiche Fälle, und wir machen uns alle grosse Sorgen.»

Das Kindermedizinische Zentrum beim Bahnhof Liestal habe bisher keine Kinder behandelt, deren Beschwerden mit der Trinkwasserverschmutzung in Zusammenhang stehen, heisst es dort auf Anfrage. Auch Andreas Arendt, der in seiner Praxis im Stedtli Kinder sowie Erwachsene etwa je zur Hälfte betreut, kann keine Auffälligkeiten feststellen: «Ich hatte bisher keine Patienten mit Durchfallerkrankungen, jedenfalls nicht mehr als sonst.» Es gehe auch noch eine Sommergrippe um, die ähnliche Symptome aufweise. Er könne deshalb nicht von einer Häufung sprechen. Zwei weitere Liestaler Kinderärzte wollten sich gegenüber der BaZ nicht äussern.

Im Kantonsspital Baselland in Liestal gab es in der Nacht von Samstag auf Sonntag sowie von Sonntag auf Montag je zwei Patienten, die an Übelkeit litten. «Es konnte aber in allen Fällen kein kausaler Zusammenhang zur Trinkwasserverschmutzung hergestellt werden», betont Sprecherin Anita Kuoni.

Leitung von Liestal gekappt

Der Liestaler Stadtpräsident ­Daniel Spinnler zeigt sich erleichtert, dass es keinen Anstieg von Krankheitsfällen gab. Weder in den Spitälern noch bei den Ärzten seien entsprechende ­Meldungen eingegangen. Die Stadt Liestal hat am Freitag sämtliche Alters- und Pflegeheime und andere Einrichtungen direkt kontaktiert. Auch die ­Spitex wurde gebeten, ihre Patienten möglichst rasch zu informieren. «Uns war bewusst, dass ältere und hilfsbedürftige Menschen nicht unbedingt mit dem Internet verbunden sind.»

In Seltisberg lief es ähnlich. «Wir haben die Menschen in unseren Alterswohnungen sowie das Kinderheim Auf Berg umgehend informiert», sagt Gemeinderat Tobias Grieder. Ihm seien keine Erkrankungsfälle bekannt. Seltisberg bezieht seit Freitag kein Wasser mehr von Liestal, sondern von Bubendorf. «Abgesehen vom Restwasser, das noch in den Leitungen ist, sollte das Wasser bei uns wieder sauber sein», so Grieder.

Und auch in Nuglar-St. Pantaleon ist laut Gemeindepräsident Daniel Baumann niemand erkrankt: «Wir haben auch noch eigene Quellen und beziehen quasi Mischwasser. Vielleicht ist die Konzentration bei uns deshalb nicht so hoch.»

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