Bei der CVP sähen einige lieber Lauber als Bundesratskandidat

Die CVP Baselland berät am nächsten Donnerstag über eine Bundesratskandidatur aus den eigenen Reihen.

Wechsel nach Bern? Anders als seinerzeit die Basler Amtskollegin Eva Herzog hat Finanzdirektor Anton Lauber keine Bundesrats-Ambitionen.

Wechsel nach Bern? Anders als seinerzeit die Basler Amtskollegin Eva Herzog hat Finanzdirektor Anton Lauber keine Bundesrats-Ambitionen.

(Bild: Florian Bärtschiger)

Thomas Dähler

Der Baselbieter CVP-Regierungsrat Anton Lauber soll sich als Bundesratskandidat zur Verfügung stellen. Dies jedenfalls bringen bürgerliche Kreise in der CVP Baselland in die parteiinterne Diskussion ein. Der Vorstand der Mitte-Partei plant jedoch mit einer Kandidatur von Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter, die sich aber noch nicht entschieden hat. Lauber seinerseits winkt ab.

Über eine allfällige Baselbieter Kandidatur für die Nachfolge von Bundesrätin Doris Leuthard entscheidet die CVP Baselland am kommenden Donnerstag an ihrem Parteitag in Zwingen. Nationalrätin Schneider-Schneiter steht als mögliche Baselbieter Bewerberin um das Bundesratsamt klar im Vordergrund. Die Bundesparlamentarierin aus Biel-Benken, Präsidentin der Handelskammer beider Basel, weiss aber noch nicht, ob sie zur parteiinternen Nomination antreten wird. Sie hat sich Bedenkzeit ausbedungen, wird aber spätestens vor dem Parteitag am Donnerstag einen Entscheid fällen.

Lauber hat keine Ambitionen

Lauber selber will nicht antreten: Er habe keine Ambitionen auf ein Bundesratsamt, erklärte er gestern der BaZ. Der Finanzdirektor meint zwar, ein Regierungsamt in einer kantonalen Exekutive sei durchaus eine sinnvolle Voraussetzung für eine Wahl in den Bundesrat. Er sei jedoch zufrieden mit seiner Tätigkeit als Finanzminister in der Baselbieter Regierung und stehe deshalb als Bundesratskandidat nicht zur Verfügung. Sollte sich Parteikollegin Schneider-Schneiter zu einer Kandidatur durchringen, werde er sie unterstützen.

Der Wunsch nach einer möglichen Kandidatur Laubers kann als Störmanöver gegen die absehbare Kandidatur von Nationalrätin Schneider-Schneiter interpretiert werden – Schneider-Schneiter steht beim rechten Flügel der Baselbieter Christlichdemokraten im Ruf, nicht stramm auf bürgerlicher Linie zu politisieren. Parteipräsidentin Brigitte Müller-Kaderli erklärte der BaZ, der Vorstand der CVP Baselland habe Lauber offiziell angefragt, ob er sich eine Kandidatur für den Bundesrat vorstellen könne. Lauber habe aber der Partei abgesagt. Müller-Kaderli geht deshalb davon aus, dass es dabei bleibe.

Landrat Pascal Ryf meint auf Anfrage, eine allfällige Kandidatur Laubers würde er befürworten, wenn Schneider-Schneiter verzichtete und sich Finanzdirektor Lauber nachträglich zu einer Kandidatur durchringen würde. Denn «Lauber wäre ein sehr valabler Kandidat», sagt Ryf. Alt Landrat Ivo Corvini sagt, Regierungsrat Lauber sei in der Partei sehr verankert. Sollte sich der Allschwiler zu einer Kandidatur durchringen, hätte die Kantonalpartei eine Auswahl. «Toni Lauber hat grosse Erfahrung als Exekutivpolitiker in Kanton und Gemeinde», meint Corvini. Auch in anderen Kantonen gebe es Regierungsmitglieder, die für ein Bundesratsamt im Gespräch seien.

Die von rechts ins Gespräch gebrachte mögliche Kandidatur Laubers ist Ausdruck der momentanen Diskussionen um den Kurs der CVP Baselland. Ebenfalls am Parteitag entscheidet die CVP, ob sie das bürgerliche Viererticket für die kantonalen Regierungsratswahlen unterstützt. Traktandiert wurde dies, nachdem Parteipräsidentin Müller-Kaderli gesagt hatte, sie sei gegen einen CVP-Support für die Wahl von Nationalrat Thomas de Courten (SVP) in die Regierung. Regierungsrat Lauber hatte sich in der Folge für ein parteiunabhängiges Unterstützungskomitee engagiert, das unterdessen unter dem Namen «Zukunft Baselbiet gestalten» gegründet wurde und die vier bürgerlichen Kandidaten Lauber, de Courten, Monica Gschwind (FDP) und Thomas Weber (SVP) für die Wahl in die Regierung unterstützt.

Zeit bis am 25. Oktober

Eine Baselbieter Bundesratskandidatur muss die Kantonalpartei spätestens am 25. Oktober bei der Findungskommission anmelden. Noch hat sich bei der CVP erst der Zuger Ständerat Peter Hegglin zu einer Kandidatur bekannt. Eine Kandidatur überlegen wollen sich die Nationalrätinnen Viola Amherd (VS) und Ruth Humbel (AG), Regierungsrätin Heidi Z’Graggen (UR) sowie die Ständeräte Erich Ettlin (OW) und Pirmin Bischof (SO).

Die Bundeshaus-Fraktion der CVP wird Mitte November entscheiden, wen sie aufs Ticket für die Ersatzwahl vom 5. Dezember setzen will. Wahrscheinlich ist ein Zweierticket mit einer Kandidatin und einem Kandidaten. Üblich ist, dass die Kandidierenden von den übrigen Fraktionen zu einem Hearing geladen werden.

Basler Zeitung

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