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Baselland stärkt die Mint-Fächer

36 Prozent der Gymnasiasten belegen im Baselbiet ein Schwerpunktfach im Bereich der Naturwissenschaften. Vor zehn Jahren lag dieser Anteil noch bei nur 24 Prozent.

Die Zahl der Schülerinnen mit Schwerpunkt bei den Mint-Fächern wie zum Beispiel Physik hatnsich in diesem Zeitabschnitt fast verdoppelt.
Die Zahl der Schülerinnen mit Schwerpunkt bei den Mint-Fächern wie zum Beispiel Physik hatnsich in diesem Zeitabschnitt fast verdoppelt.

Der Kanton Baselland setzt in seinen Gymnasien auf Fördermassnahmen in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, Mint-Fächer genannt. Zentral sei dabei, dass Schülerinnen und Schüler sich schon früh mit möglichen Berufsfeldern und Bildungswegen auseinandersetzten, erklärte gestern in Oberwil Bildungsdirektorin Monica Gschwind. Die Laufbahnorientierung sei ein zentraler Erfolgsfaktor und erhöhe die Chancen im Arbeitsmarkt. Der Kanton Baselland wolle die einzelnen Stufen von der Primarschule bis zum Studium besser verzahnen.

Begeistert von den Möglichkeiten, die ihm das Gymnasium biete, zeigte sich gestern auch Valentin Baumann, der in Oberwil das letzte Jahr vor der Matura absolviert. Baumann hat sich bereits an Projekten des Talentpools Chemie und des Programms «Schweizer Jugend forscht» beteiligt, ein Auslandjahr absolviert, an der Uni ein Schülerstudium in Nanowissenschaften wahrgenommen und im Labor der Idorsia in Allschwil gearbeitet – um dereinst eine berufliche Laufbahn in der Forschung anzusteuern. Rena Schenk, Gymnasiastin im zweiten Jahr, schilderte, wie sie von ihrem einst anvisierten sprachlichen Schwerpunkt Latein auf den Schwerpunkt Chemie und Biologie umgeschwenkt sei.

Doppelt so viele Frauen

Die beiden Jugendlichen liegen im Trend. 36 Prozent aller Gymnasiastinnen und Gymnasiasten belegen im Baselbiet ein Schwerpunktfach im Bereich der Naturwissenschaften. Vor zehn Jahren lag dieser Anteil noch bei nur 24 Prozent. Bildungsdirektorin Gschwind zeigte mit statistischen Zahlen auf, dass vor allem die Frauen dazu beigetragen haben. Die Zahl der Schülerinnen mit Schwerpunkt bei den Mint-Fächern habe sich in diesem Zeitabschnitt fast verdoppelt.

Zwar liege auch heute noch der Schwerpunkt der gymnasialen Ausbildung auf der Allgemeinbildung. Doch die Verlängerung der Ausbildungszeit von dreieinhalb auf vier Jahre habe das Gymnasium genutzt, um den Unterrichtsanteil der Fächer Biologie, Chemie und Physik um 20 Prozent zu steigern, erklärte Marc Rohner, Rektor des Gymnasiums Oberwil und neuer Hauptabteilungsleiter Mittelschulen.

Bis spätestens 2022 werde das Gymnasium zudem Informatik als eigenständiges Fach einführen, wie dies von der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren im Rahmen der Harmonisierung geplant sei. Ausser der individuellen Begabungsförderung für einzelne Schüler gibt es am Gymnasium Oberwil auch freiwillige Ergänzungsfächer, eine Schwerpunktfachwoche im zweiten Jahr und obligatorische naturwissenschaftliche Fachtage im Abschlussjahr. Rohner wies zudem darauf hin, dass das Gymnasium Oberwil es auch Sekundarschülerinnen und Sekundarschülern ermögliche, bereits Unterrichtsstunden in Mathematik und in Physik zu besuchen und Prüfungen abzulegen.

Investitionen in Life Sciences

Bildungsdirektorin Gschwind erklärte, die Maturitätsquote steige landesweit. Dies sei aber vor allem auf die Berufsmaturität und die Fachmaturitäten zurückzuführen. Die gymnasiale Maturitätsquote liege konstant bei etwa 20 Prozent, Baselland mit 21,5 Prozent etwas darüber.

Gschwind wies auf die zahlreichen Investitionen der Region etwa in die Biomedizin oder in die Pflegewissenschaften hin. Diesen Herbst zügle zudem die Hochschule für Life Sciences in den neuen Campus in Muttenz. Am Bildungszentrum Gesundheit der Berner Fachhochschule in Münchenstein werde zudem neuerdings auch ein Bachelor-Studiengang in Pflege angeboten. Mit 45 Prozent sei die Hochschulübertrittsquote des Kantons Baselland im schweizerischen Vergleich hoch. Auch würden vergleichsweise wenige Studentinnen und Studenten ihr Studium abbrechen.

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