Automechanikerin im Bauernkalender

Die 22-jährige Carmen aus Liestal wurde von der Jury ausgewählt. Eine Modelkarriere ist aber für keine Option.

Lächeln nächstes Jahr vom Kalenderblatt. Carmen aus Liestal (links) und Marina aus Büren.

Lächeln nächstes Jahr vom Kalenderblatt. Carmen aus Liestal (links) und Marina aus Büren.

(Bild: www.bauernkalender.ch)

Beworben haben sich vier, geschafft hat es nur eine: Die 22-jährige Carmen aus Liestal erhält als einzige regionale Vertreterin einen der Plätze im Bauernkalender 2015. Die Bestätigung der Kalendermacher ist noch nicht bis zu Carmen durchgedrungen, als die BaZ sie anruft. «Ich freue mich riesig», sagt das frischgebackene Bauernmodel. Die Auszeichnung komme unerwartet, als gelernte Automechanikerin habe sie sich nicht als Favoritin gesehen. «Ich bin zwar auf dem Land aufgewachsen, aber eben keine Bäuerin.» Diesen habe sie grössere Chancen auf einen Kalenderplatz gegeben.

Mit einem Mann und drei Frauen war die Region Basel am Casting recht gut vertreten. Dass sie sich nun als einzige «Baslerin» durchgesetzt hat, möchte Carmen jedoch nicht überbewerten: «Ich finde es eher schade, dass die anderen es nicht geschafft haben.»

Allgemein übt sich die Liestalerin in Bescheidenheit. «Ich werde bestimmt meinen Freunden davon erzählen, aber das ist jetzt kein Meilenstein für mich», erklärt die 22-Jährige. Viel verändern werde dieser Erfolg nicht in ihrem Leben – eine Modelkarriere sei keine Option: «Ich habe keine Modelmasse, ich bin etwas zu klein.» Zudem arbeite sie Vollzeit in einer Autowerkstatt und habe fürs Modeln gar keine Zeit. Sollte sich aber eine weitere Gelegenheit bieten, wäre sie einem weiteren Fotoshooting nicht abgeneigt, sagt Carmen.

Für Ehemann und Jodlerklub

Trotz ihrer Freude über die Aufnahme in den Bauernkalender bleibt Carmen realistisch. «Ein paar Kunden haben mich auf das Casting angesprochen, aber ich glaube nicht, dass mich jemand auf der Strasse erkennen wird.» Den Bauernkalender werde sie sicher ihrem Ehemann schenken, vielleicht noch ein paar Mitgliedern aus ihrem Jodlerklub. «Alle anderen können ihn sich selbst kaufen», sagt Carmen schmunzelnd.

Aus der unmittelbaren Nachbarschaft gibt es auch einen Bauernkalender-Erfolg zu vermelden: Die 23-jährige Marina aus Büren schaffte es ebenfalls unter die schönsten Landfrauen des Landes.

Allerdings ist noch nicht in Stein gemeisselt, dass Carmen und Marina im 2015 ein Kalenderblatt zieren werden. Laut Auskunft der Medienstelle des Bauernkalenders wurde eine Frau zu viel ausgewählt – als Reserve, falls die Technik versagen oder eine der Kandidatinnen es sich anders überlegen sollte. Sind aber alle mit von der Partie und läuft alles rund, habe das aussortierte Model im Kalender 2016 einen Platz auf sicher.

Die gescheiterten Kandidaten aus der Region geben sich trotz der Enttäuschung gefasst. «Natürlich wäre ich gerne im Kalender gewesen, aber es ist nicht dramatisch», sagt Sven aus Liestal. Die Konkurrenz sei einfach zu gross gewesen. Auch Saskia zeigt sich gelassen: «Ich habe ohnehin nicht damit gerechnet, einen Platz im Kalender ergattern zu können. Das ist kein Problem für mich.» Simona ihrerseits hätte sich eine Seite im Bauernkalender gewünscht: «Ich kann den Entscheid der Jury aber nachvollziehen.»

Basler Zeitung

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