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Aus Mythen wird tödlicher Ernst

Der Basler Rat galt zwar als eher zurückhaltend beim Foltern und Hinrichten sogenannter Hexen. Doch auch in der Region Basel wurden Dutzende Frauen und Männer verfolgt.

Hexen, die einen Hagelsturm herbeizaubern, Hexen, die Sex mit dem Teufel haben, Hexen, die sich in Hasen verwandeln, in Katzen oder gar in eine Wespe. Im Baselbieter Sagenbuch ist fast alles möglich. Aber eben nicht nur dort. Was Hexen angeht, so blieb es nicht bei geflüsterten Geschichten am Küchentisch, bei der Hühnerhaut, wenn man sich Seltsames nicht anders als mit Zauberei erklären konnte, auch nicht bei Beschimpfungen der hässlichen Nachbarin, die einen schon immer genervt hat. Hexen kamen, ganz weltlich, vor Gericht und landeten immer öfter, unter ganz realen Schmerzen, in Folterkammern und auf Scheiterhaufen.

Ganz schön erschrocken ist Hanns Buser aus Läufelfingen, als er eines schönen Mittags des Jahres 1432 nichtsahnend seines Weges ging und plötzlich die Buckterin Gerin Kolerin rücklings auf einem Wolf reitend auf sich zukommen sah. Im Buch «Baselbieter Sagen» heisst es: Sie hatte «des wolffes wadel (Schwanz) in der hand, und fuor rösch umben einen boum ettwie dick, und er erschrecke, daz er zitterte und lieffe hinder einen boum». Buser liess es darauf nicht bei einer guten Geschichte am Stammtisch bleiben, er ging vor Gericht.

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