Veilchenblaue Nostalgie

Das «Veyeli»-Taxi prägte in den Fünfzigerjahren das Stadtbild von Basel. Nun ist das Oldtimer-Modell am Concours d’Elégance von nächster Woche zu bestaunen.

Enthüllung des Basler Oldtimer-Taxis Veyeli im Muttenzer Pantheon. Foto: Florian Bärtschiger ImageCaption.

Enthüllung des Basler Oldtimer-Taxis Veyeli im Muttenzer Pantheon. Foto: Florian Bärtschiger ImageCaption.

Es braucht einige Anläufe, bis der Renault 4CV anspringt. Doch dann ruckelt es, und der Motor beginnt zu tuckern. Das «Veyeli» in veilchenblauer Farbe setzt sich in Bewegung.

Die Platzverhältnisse im kleinen Auto sind eng. Das Modell, auch als Renault Heck bezeichnet, weil sich der Motor im Heck befindet, kurvte Anfang der 1950er-Jahre als Mini-Taxi in Basel umher. Bis zu vierzig solcher Autos waren damals in Betrieb.

Heute ist die Erinnerung an das auffällig blaue Auto, das einst das Stadtbild prägte, weitgehend verschwunden. Doch das Transportunternehmen Settelen besitzt noch ein Modell des Veyeli. Medienschaffende konnten diese Woche im Muttenzer Pantheon eine kurze Probefahrt mit dem nostalgischen Fahrzeug unternehmen.

In Reih und Glied

Anlass ist der Concours d’Elégance, der am nächsten Freitag in Basels Innenstadt über die Bühne geht, schon zum 23. Mal. Bei dieser Automobil-Show defilieren über neunzig Oldtimer-Modelle durch die Freie Strasse. Das Veyeli der Firma Settelen ist dabei sogenannter Pace Car.

Hinter dem Concours d’Elégance steht die Organisation Raid, die Rallyes durchführt. Er könne sich noch gut an die Veyeli-Taxis in Basel erinnern, sagt Geschäftsführer Hans André Bichsel. «Sie standen am Bahnhof in Reih und Glied und warteten auf Kundschaft.»

«Die Basler haben eine enorme Lokalbindung», sagt Bichsel. Doch die Veyeli-Taxis seien ein ziemlich unbekannter Teil der Geschichte der Stadt. Durch Zufall habe er erfahren, dass die Firma Settelen noch ein solches Modell besitzt. «Da habe ich Herrn Settelen kontaktiert und ihm gesagt, dass wir etwas mit dem Veyeli machen müssen», sagt Hans André Bichsel.

Der Renault 4CV ist zwar klein, besitzt aber dennoch vier Türen. Er war seinerzeit auch eines der ersten Automobile, das eine windschlüpfrige Karosserie aufwies. Entwickelt wurde das Modell in Frankreich während des Zweiten Weltkriegs – heimlich, ohne dass die deutsche Besatzungsmacht davon erfuhr. Nach dem Krieg ging der Renault Heck rasch in Produktion und entwickelte sich schnell zu einem populären Modell. Gottlieb Duttweiler war indirekt dafür verantwortlich, dass der Kleinwagen als Taxi nach Basel kam. Der Migros-Gründer hatte in Zürich mit der Minitax AG den arrivierten Taxihaltern das Leben schwer gemacht, weil er Transporte zu viel günstigeren Tarifen anbot. Duttweiler hatte die Absicht, auch Basels Taxigewerbe durch eine Minitaxi-Flotte aufzumischen. In der Stadt am Rhein fürchtete man entsprechenden Preisdruck.

Regierungsrat Fritz Brechbühl (SP) verlangte dann 1951 vom Basler Taxigewerbe deutliche Preissenkungen und den Betrieb von Kleintaxis in auffälliger Farbe. Im Januar 1952 präsentierten die Basler Taxihalter das Veyeli. Sie hatten sich verpflichtet, während zehn Jahren mindestens zwanzig Minitaxis zu betrieben. Gottlieb Duttweiler hatte im Gegenzug zugesichert, in Basel auf eine eigene Taxigesellschaft wie in Zürich zu verzichten.

Schon 1955 abgelöst

Der Concours d’Elégance ist laut Organisator Hans André Bichsel das weltweit älteste Oldtimer-Defilee und das grösste seiner Art in der Schweiz. Nebst dem Veyeli gibt es nächste Woche insbesondere eine Reihe italienischer Automobile zu bestaunen. Die fast hundert Fahrzeuge versammeln sich am Freitagnachmittag beim Muttenzer Pantheon, dem Partner der Veranstaltung. Anschliessend fahren die Automobile durch die Basler Altstadt und kehren danach wieder zum Pantheon zurück.

Die Zeit, in der das Veyeli-Taxi das Basler Stadtbild prägte, dauerte nicht sehr lange. 1955 wurde das Modell durch das grössere und bequemere Kleintaxi der Marke Mercedes-Benz 180D abgelöst.

Es braucht einige Anläufe, bis der Renault 4CV anspringt. Doch dann ruckelt es, und der Motor beginnt zu tuckern. Das «Veyeli» in Veilchen-blauer Farbe setzt sich in Bewegung.

Die Platzverhältnisse im kleinen Auto sind eng. Das Modell, auch als Renault Heck bezeichnet, weil sich der Motor im Heck befindet, kurvte anfangs der 1950er-Jahre als Mini-Taxi in Basel umher. Bis zu vierzig solcher Autos waren damals in Betrieb.

Heute ist die Erinnerung an das auffällig blaue Auto, das einst das Stadtbild prägte, weitgehend verschwunden. Doch das Transport-Unternehmen Settelen besitzt noch ein Modell des «Veyeli». Medienschaffende konnten diese Woche im Muttenzer Pantheon eine kurze Probefahrt mit dem nostalgischen Fahrzeug unternehmen.Anlass ist der Concours d’Elégance, der am nächsten Freitag in Basels Innenstadt über die Bühne geht, schon zum 23. Mal. Bei dieser Automobil-Show defilieren über neunzig Oldtimer-Modelle durch die Freie Strasse. Das «Veyeli» der Firma Settelen ist dabei sogenannter Pace Car.

Hinter dem Concours d’Elégance steht die Organisation Raid, die Rallyes durchführt. Er könne sich noch gut an die «Veyeli»-Taxis in Basel erinnern, sagt Geschäftsführer Hans André Bichsel. «Sie standen am Bahnhof in Reih und Glied und warteten auf Kundschaft.» Und einmal habe er auch mitfahren dürfen.

«Die Basler haben eine enorme Lokalbindung», sagt Bichsel. Doch die «Veyeli»-Taxis seien ein ziemlich unbekannter Teil der Geschichte der Stadt. Durch Zufall habe er erfahren, dass die Firma Settelen noch ein solches Modell besitzt. «Da habe ich Herrn Settelen kontaktiert und ihm gesagt, dass wir unbedingt einmal etwas mit dem Veyeli machen müssen.»

Der Renault 4CV ist zwar klein, besitzt aber dennoch vier Türen. Er war seinerzeit auch eines der ersten Automobile, das eine windschlüpfrige Karosserie aufwies. Entwickelt wurde das Modell in Frankreich während des Zweiten Weltkriegs – heimlich, ohne dass die deutsche Besatzungsmacht davon erfuhr. Nach dem Krieg ging der Renault Heck rasch in Produktion und entwickelte sich rasch zu einem populären Modell.

Gottlieb Duttweiler war indirekt dafür verantwortlich, dass der Kleinwagen als Taxi nach Basel kam. Der Migros-Gründer hatte in Zürich mit der Minitax AG den arrivierten Taxihaltern das Leben schwer gemacht, weil er Transporte zu viel günstigeren Tarifen anbot. Duttweiler hatte die Absitz, auch Basels Taxigewerbe durch eine Minitaxi-Flotte aufzumischen. In der Stadt am Rhein fürchtete man entsprechenden Preisdruck.

Regierungsrat Fritz Brechbühl (SP) verlangte dann 1951 vom Basler Taxigewerbe deutliche Preissenkungen, den Betrieb von Kleintaxis in auffälliger Farbe und eine Zusammenlegung des Bestellwesens. Im Januar 1952 präsentierten die Basler Taxihalter das «Veyeli». Sie hatten sich verpflichtet, während zehn Jahren mindestens zwanzig Minitaxis und eine gemeinsame Rufzentrale zu betrieben. Gottlieb Dutttweiler hatte im Gegenzug zugesichert, in Basel auf eine eigene Taxigesellschaft wie in Zürich zu verzichten.

Der Concours d’Elégance ist laut Organisator Hans André Bichsel das weltweit älteste Oldtimer-Defilee und das grösste seiner Art in der Schweiz. Nebst dem «Veyeli» gibt es nächste Woche insbesondere eine Reihe italienischer Automobile zu bestaunen. Die fast hundert Fahrzeuge versammeln sich am Freitag-Nachmittag beim Muttenzer Pantheon, dem Partner der Veranstaltung. Anschliessend fahren die Automobile durch die Basler Altstadt und kehren danach wieder zum Pantheon zurück.

Die Zeit, in der das «Veyeli»-Taxi das Basler Stadtbild prägten, dauerte nicht sehr lange. 1955 wurde das Modell durch das grössere und bequemere Kleintaxi der Marke Mercedes-Benz 180D abgelöst.

Alex Reichmuth 

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