«Keine Angst vor Opposition»

Die Wahlsieger Lauber, Gschwind und Reber äussern sich zum Wahlausgang. Dass die SP keinen Sitz im Regierungsrat hat, könnte auch Nachteile bringen.

Anton Lauber, Monica Gschwind und Isaac Reber sind erfreut und gleichzeitig teilweise sehr überrascht über den Ausgang der Abstimmung.
Serkan Abrecht

Mit über 41'000 Stimmen wurde Anton Lauber (CVP) zum beliebtesten Regierungsrat gewählt. Er selbst gibt sich jedoch sehr bescheiden über den Wahlausgang. «Ich weiss nicht, ob ich der beliebteste Regierungsrat bin, aber offenbar habe ich meine Arbeit bisher sehr gut gemacht und ich schätze das Vertrauen des Stimmvolks sehr.»

Besonders überrascht ist Monica Gschwind (FDP) über ihren Wahlsieg.
BaZ: Frau Gschwind, herzliche Gratulation, wann haben Sie damit gerechnet, dass Sie gewählt werden?
Monica Gschwind: Erst nachdem etwa die Hälfte der Stimmen eingegangen sind (lacht).

Was hat Ihnen mehr Stimmen gebracht: Die starke Schule Baselland oder die Bürgerlichen?
Ich denke jetzt mal, dass die Bürgerlichen mich in den Regierungsrat gebracht haben. Eine Analyse wäre aber sehr interessant.

Auch bei den Verlieren wird nicht resigniert. BDP Regierungsratkandidat Matthias Imhof lässt sich von der Wahlpleite nicht bedrücken. «Ich habe schon gesagt, dass ich meine Chancen auf 10 Prozent setze. Daher ist es keine Überraschung für mich.» Auch im heimatlichen Laufental konnte Imhof nicht trumpfen. «Im Laufental haben sie das Viererpaket Gschwind, Lauber, Weber und Pegoraro gewählt. Das wurde im Vorhinein schon so kommuniziert. Ich gehe davon aus, dass auf dem fünften Listenplatz entweder frei gelassen wurde oder ich darauf stehe. Es ist jedoch unglaublich schwer, mit der BDP im Laufental Fuss zu fassen.»

Die Kehrseite der Medaille

Generell zeigen sich die Bürgerlichen sehr erfreut über den Wahlausgang, doch die Stimmung bei den Linken ist betrübt. Die Stadtbasler SP-Präsidentin Brigitte Hollinger ist im Liestaler Regierungsgebäude dazugestossen, um ihren Parteikollegen die Daumen zu drücken. Das Resultat hat Hollinger schwer enttäuscht. «Ich kann mir nicht erklären, weshalb die SP soweit zurückliegt. Eine Regierung ohne die zweitgrösste Partei ist fatal.»

Regierungsratskandidatin Regula Nebiker hat sich vor den Wahlen schon in Abseits bugsiert, als sie starke Kritik an ihrem Parteikollegen und Bildungsdirektor Urs Wüthrich äusserte. Dies führte zu einem Partei internen Hauskrach. «Das kann aber unmöglich ausschlaggebend gewesen sein», so Hollinger. «Es sieht so aus, als wären unsere Wähler offenbar nicht an die Urne gegangen.»

Wahlsieger Anton Lauber sieht den Streit mit dem ehemaligen Bildungsdirektor Wüthrich nicht als Grund für die Wahlschlappe der SP.

Herr Lauber, ist die Doppelkandidatur der SP Schuld daran, dass diese keinen Sitz wettmachen konnte?
Lauber: Davon bin ich überzeugt. Hätte Nebiker alleine kandidiert, hätte es anders ausgehen können. Auch der daraus folgende «Geschlechter-Quote Konflikt», dass die SP einen Mann und eine Frau stellen müsse, war unüberlegt.

Fürchten Sie eine starke Opposition der SP?
Nein, in der Schweiz gibt es generell keine wirkliche Opposition, sondern nur eine Konkordanz. Die SVP hat es damals nach der Abwahl von Christoph Blocher auch angedroht. Geschehen ist jedoch nichts. Wir werden einfach vertieft mit der SP zusammenarbeiten müssen.

Natürlich freuen Sie sich über die bürgerliche Zusammenstellung des Regierungsrats. Wäre es aber nicht optimaler gewesen, wenn die SP auch einen Sitz bekommen hätte
Das mag die Kehrseite der Medaille sein. Eigentlich sollte die zweitstärkste Partei im Baselbiet sicherlich im Regierungsrat vertreten sein. Gschwind, Pegoraro, Weber und ich haben uns jedoch sehr gut mit dem Schulterschluss präsentiert und da konnte die eher unüberlegte Doppelkandidatur der SP nicht profilieren.

baz.ch/Newsnet

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