Freiheitsstrafe für Antiquitätenschmuggler

Ein 31-Jähriger Schweizer wurde wegen Antiquitätenhehlerei verurteilt. Das Strafgericht Basel-Landschaft sprach eine Freiheitsstrafe von 24 Monaten und eine Geldbusse aus.

Unter den an-und verkauften Kulturobjekten befinden sich auch antike Münzen (Symbolbild).

Unter den an-und verkauften Kulturobjekten befinden sich auch antike Münzen (Symbolbild).

(Bild: Keystone)

Über Jahre hatte ein Schweizer zahlreiche antike Münzen und Objekte im Ausland erworben und im Internet verkauft. Das hat dem 31-Jährigen nun eine Freiheitsstrafe wegen gewerbsmässiger Hehlerei und Geldwäscherei eingebracht.

Das Strafgericht Basel-Landschaft sprach am Mittwoch eine bedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten aus. Zudem wurde dem Mann eine bedingte Geldbusse von 180 Tagessätzen à 30 Franken auferlegt. Beides wurde mit einer Probezeit von zwei Jahren ausgesprochen. Er muss zudem die Verfahrenskosten von gut 100'000 Franken übernehmen.

Bei Reisen in die Türkei sowie nach Serbien und Österreich hatte der Mann, der zur Tatzeit Jusstudent war, unzählige griechische, römische und byzantinische Münzen sowie antike Objekte wie Pfeilspitzen, Nägel und Armreifen erworben. Verkauft hat er eine beachtliche Anzahl über Internetauktionsplattformen, eigene Internetseiten und per E-Mail.

Die Zahlungen wurden über Konten bei verschiedenen Banken in der Schweiz, Deutschland und Österreich abgewickelt. Ein Konto habe er auch in der Türkei gehabt. Mit dem Verkauf hatte er gemäss Anklageschrift zwischen 2008 und März 2012 gut 637'000 Franken eingenommen.

«Narzisstische Auffassung»

Der Mann, der sein Handeln in der Gerichtsverhandlung mit einer «Sammel-Sucht» erklärt hatte, habe eine Leidenschaft im Rahmen des Grau- und Schwarzmarkts gepflegt, sagte die Gerichtspräsidentin bei der Urteilsbegründung. Mit den Taten seien zahlreiche wertvolle Kulturgüter aus dem historischen Kontext gerissen worden.

Der Mann habe eine «erhebliche kriminelle Energie» entwickelt und einen gewerbsmässigen Vertrieb aufgebaut. Zudem sei erwiesen, dass er Gewinne aus Verkäufen auf geheime Konten eingezahlt und in neue Käufe investiert habe.

Als erschwerend befand das Gericht, dass der Mann sich ausführlich mit der Rechtslage auseinandergesetzt und willentlich dagegen verstossen hatte; dies zudem als Jurist. Im Vordergrund sah das Gericht eine narzisstische Auffassung des Mannes, seine Meinung über diese der Wissenschaft und der Gesetze stellen zu können. Die Delikte könnten nicht mit einem diagnostizierten Asperger-Syndrom begründet werden.

Nicht verurteilt wurde der Mann wegen Widerhandlung gegen das Kulturgütertransfergesetz. Dieser Anklagepunkt wäre nur dann zur Anwendung gekommen, wenn es bei den angeklagten schwereren Taten keine Verurteilung gegeben hätte. Nicht angeordnet wurde eine von der Staatsanwaltschaft verlangte Psychotherapie. Der Mann habe sich von seinem «früheren Leben distanziert».

Über 14'000 Münzen beschlagnahmt

Der damals in der Region Basel wohnhafte Mann war Ende April 2012 festgenommen worden. Auslöser war eine Anzeige der Fachstelle internationaler Kulturgütertransfer des Bundesamts für Kultur. Bei Durchsuchungen in Liegenschaften und Bankschliessfächern in der Schweiz, Deutschland und Österreich beschlagnahmten die Behörden rund 14'300 antike Münzen und über 2500 antike Objekte.

Heute lebt der Mann gemäss eigenen Aussagen mit seiner Frau weitgehendst zurückgezogen in den Schweizer Bergen. Geld verdiene er mit dem Verkauf vom Bergkristallen übers Internet oder als Hilfsarbeiter. Das Haushaltseinkommen betrage weniger als 1000 Franken pro Monat.

sda

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