Fast wie ein Trolleybus

Ein Elektromotor für Langsamfahrten, ein Dieselmotor für Schnellfahrten – das könnte ab 2014 zum Standard auf dem Busnetz der BLT werden. Auch die BVB testen bald die Hybrid-Technologie.

BLT-Direktor Andreas Büttiker im Volvo-Hybrid-Bus, der über einen Elektro- und einen Dieselmotor verfügt.

BLT-Direktor Andreas Büttiker im Volvo-Hybrid-Bus, der über einen Elektro- und einen Dieselmotor verfügt.

(Bild: Dirk Wetzel)

Vor knapp drei Jahren zogen die Basler Verkehrsbetriebe (BVB) dem Trolleybus endgültig den Stecker. Jetzt bringt der andere grosse Transportunternehmer der Region ein bisschen Trolleybus-Feeling zurück: Ab heute testet die Baselland-Transport (BLT) zwei Wochen lang einen Hybrid-Bus, ein Fahrzeug also, das sowohl über einen Diesel- als auch über einen Elektromotor verfügt. Der Test-Bus der Marke Volvo soll vor allem auf den stark frequentierten Linien 60, 62 und 64 zum Einsatz kommen.

Der Elektromotor unterstützt den Dieselmotor zwar permanent, fällt aber vor allem bei Langsamfahrten mit einer Geschwindigkeit von unter 20 Kilometern pro Stunde auf – dann nämlich schaltet sich der laute Dieselmotor komplett aus, und es wird leise wie in einem Trolleybus. Beschleunigt der Bus wieder, springt der Dieselmotor automatisch wieder an. Der Strom für den Elektromotor wird ausschliesslich durch jene Energie gewonnen, die beim Bremsen frei wird; ans Netz angeschlossen muss der Bus nicht werden.

Miete möglich

Die BLT kalkuliert laut Technikchef Alfred Schödler damit, dass ein Hybrid-Bus unter dem Strich gleich teuer wie ein Dieselmodell kommt: In der Anschaffung zwar um ein Viertel teurer, im Verbrauch aber um eben dieses Viertel günstiger. «Gleiche Kosten, aber weniger Schadstoffe», wie BLT-Direktor Andreas Büttiker anlässlich der gestrigen Präsentation sagte.

Ob die Transportunternehmung aber tatsächlich in Zukunft auf Hybrid setzt, ist noch offen. «Wenn sich nach dem jetzigen zweiwöchigen Test zeigt, dass das Fahrzeug unseren Ansprüchen entspricht, werden wir wohl einen solchen Hybrid-Bus für drei Jahre anmieten, um ihn auf Herz und Nieren zu prüfen», so Schödler. Ist auch der lange Praxistest erfolgreich, ist die Chance gross, dass die BLT ab 2014 nur noch Hybrid-Busse bestellen: «Wenn dieser Bus im Fahrplanalltag tatsächlich das bringt, was wir uns erhoffen, gibt es keinen Grund, ihn nicht einzusetzen», betont Büttiker. Ab 2014 müssen Dieselmotoren nämlich neue Abgasnormen erfüllen – und bis dann will die BLT wissen, ob sie auch künftig auf Diesel setzt oder auf Hybrid umsteigt. Erdgasbusse, wie sie die BVB einsetzen, sind bei der BLT kein Thema.

BVB interessiert

Auch die BVB interessieren sich für die Hybrid-Technologie: «Wir sind zurzeit daran, gemeinsam mit sieben anderen Verkehrsbetrieben verschiedene Bus-Antriebssysteme zu testen», sagt Sprecherin Dagmar Jenny. «In diesem Rahmen werden wir auch zwei Hybrid-Gelenkbusse in Basel fahren lassen – ein Modell im Mai, das andere im September.» Die Autobus AG Liestal hat bereits einmal drei Tage lang einen Hybrid-Bus getestet. Sie will derzeit aber keine solchen beschaffen, da die Flotte erst kürzlich rundum erneuert worden sei.

Basler Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt