Der Fonds von 1933 ist unauffindbar

Das Gemäuer der Farnsburg bröckelt. Weil jedoch das Geld zur Sanierung fehlt, bleibt die Ruine nun wohl für Jahre gesperrt.

Bröckelnde Wände. Weil die mächtige Schildmauer einsturzgefährdet ist, kann die Ruine Farnsburg vorläufig nicht mehr besucht werden.

Bröckelnde Wände. Weil die mächtige Schildmauer einsturzgefährdet ist, kann die Ruine Farnsburg vorläufig nicht mehr besucht werden.

(Bild: Henry Muchenberger)

Hiobsbotschaft für Peter Keller: Die Ruine Farnsburg wird wegen Einsturzgefahr gesperrt. Der Wirt des Gasthofs Farnsburg wird dies zu spüren bekommen: «Die Ruine zieht viele Ausflügler an. Ist sie gesperrt, geht unser Umsatz zurück», sagt Keller.

Bei der jährlichen Routinekontrolle im März stellte die Archäologie Baselland fest, dass sich in der Schildmauer der Ruine Farnsburg bedrohliche Risse gebildet hatten. «Wenn Wasser in die Mauer eindringt und gefriert, werden immer grössere Teile der Mauerschale vom Mauerkern abgesprengt», sagt Kantonsarchäologe Reto Marti. Weil die Schildmauer zum Schutz der gesamten Burganlage gedient hat, befindet sie sich vor dem Eingang. Deshalb musste die Absperrung auf Höhe der Zugangsbrücke erfolgen. Das bedeutet, dass nicht nur die Schildmauer, sondern die gesamte Ruine nicht mehr begangen werden kann.

190'000 Franken nicht vorhanden

Für eine rasche Instandsetzung fehlt aber das Geld. Trotz dem umfassenden Sanierungspaket, das der Landrat 2007 gutgeheissen hat. «Die Ruine Farnsburg gilt als Objekt von nationaler Bedeutung. Deshalb übernimmt der Bund ein Viertel der Sanierungskosten», sagt Marti. «Die dringlichsten Massnahmen kosten allerdings 250'000 Franken und der Kanton kann die fehlenden 190'000 Franken so schnell nicht aufbringen.» Bis das Geld aufgetrieben ist, könne es aber noch fünf bis sechs Jahre dauern, erklärt Marti.

Brisant ist die Situation um die Ruine Farnsburg aber aus einem anderen Grund. Vor 80 Jahren hat der Grossvater des heutigen Ruinenbesitzers Markus Dettwiler mit dem Kanton einen Vertrag abgeschlossen. Daraus geht hervor, dass die Besitzerfamilie der Öffentlichkeit jederzeit den Zugang zur Ruine gewähren und den Zugangsweg pflegen muss. Im Gegenzug kümmert sich der Kanton darum, dass die Ruine gepflegt und im Schadensfall saniert wird. Zur Finanzierung allfälliger Reparaturen wurde vor 80 Jahren ein Fonds eingerichtet.

Der Schaden wird nicht kleiner

Laut dem Vertrag zwischen dem Kanton und den Eigentümern der Burg wurde am 1. Oktober 1933 eine erste Einzahlung in einen Fonds geleistet. Zu diesem Zweck wurde bei der Basellandschaftlichen Kantonalbank eigens ein Konto «Fonds für den Unterhalt der Ruine Farnsburg» eröffnet. Was mit dem Fonds geschehen ist, weiss Marti nicht. Das Geld ist unauffindbar.

Markus Dettwiler, der Besitzer des Hofguts Farnsburg und der Ruine, ist erstaunt über das Vorgehen des Kantons. Er sei immer davon ausgegangen, dass Geld zur Sanierung vorhanden sei. Er findet es beschämend, dass ein Publikumsmagnet wie die Farnsburg während mehrerer Jahre nicht mehr zugänglich sein soll. «Wir fahren durch die Sperrung zwar keinen finanziellen Verlust ein. Aber der Schaden am Gemäuer wird mit den Jahren nicht kleiner. Darum müsste umgehend etwas unternommen werden. Sonst stürzt die Mauer irgendwann ein», sagt Dettwiler.

Schützenhilfe bekommt er vom Buusner SVP-Landrat Thomas Weber. «Es wäre kurzsichtig, abzuwarten. Wenn nicht sofort die nötigsten Massnahmen ergriffen werden, wird die Sanierung in einigen Jahren ein Vielfaches kosten», meint Weber. Deshalb will er nun das Gespräch mit dem zuständigen Regierungsrat Urs Wüthrich suchen. «Ich will dafür sorgen, dass die Ruine in einem Jahr wieder begehbar ist.»

Basler Zeitung

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