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Zu kurzfristig informiert

Der Gemeinderat verschiebt den Entscheid über eine Untersuchungskommission gegen Gemeindepräsident Schlatter.

Die Diskussion um Christian Schlatter wurde um eine Woche verschoben.
Die Diskussion um Christian Schlatter wurde um eine Woche verschoben.
Nicole Pont

Die Entscheidung, ob ein Disziplinarverfahren gegen Dornachs Gemeindepräsident Christian Schlatter (FWD) Tatsache wird, wurde vertagt. Offenbar soll dem Gemeinderat erst 2 Minuten vor Beginn der ausserordentlichen öffentlichen Gemeinderatssitzung vom Montag ein zweiseitiger Brief vorgelegen sein, in dem Schlatter seine Sicht der Dinge kundtut. Schlatter selbst war aus familiären Gründen abwesend.

Der Brief veranlasste Gemeinderätin Annabelle Lutgen (FDP), den Antrag zu stellen, das Traktandum 5 – den Antrag auf Einsetzung einer Untersuchungskommission – auf die nächste Gemeinderatssitzung zu verschieben. Zu kurz erst sei sie im Besitz dieses Dokuments.

«Open for business»

Die Forderung nach einer Un­tersuchungskommission (UK) stammt von Vizepräsident Daniel Müller (FDP). Er kritisiert Christian Schlatter für einen ­Eintrag im sozialen Netwerk Linked­in, in dem er sich trotz seines 100-Prozent-Pensums als Gemeinde­präsident als «open for business» bezeichnete.

Im Brief schreibt Christian Schlatter, dass der Dornacher Gemeinderat stets transparent von seiner Seite informiert worden sei. Er wünsche sich, «dass eine unabhängige UK die im Raum stehenden Vorwürfe und Verdächtigungen rasch und nachvoll­ziehbar ausräumt, sodass der Gemeinderat künftig wieder konstruktiv zusammenarbeiten kann».

Mit Müllers Stichentscheid wurde das Traktandum verschoben. Auch weil Schlatters Gruppierungskollege Rudolf Hafner («Ich werte das als Über­raschungsmanöver») dem Antrag Lutgens folgte. Thomas Gschwind (FWD) sagte, es sei «ein bisschen schizophren», so viel Aufhebens um die Sache zumachen. Zum einen sei nichts zu lesen, was nicht bereits bekannt wäre.

Zum andern könne man einfach das Schreiben beiseitelegen, es nicht beachten und sich nicht beeinflussen lassen. Marisol Fürst (SVP) bemängelte, das Schreiben sei datiert vom 3. März, also hätte es früher verteilt werden können. Den Brief habe er am 6. März an den ferienhalber abwesenden Gemeindeschreiber Pascal Andres gesandt, sagte Schlatter gestern auf Anfrage. Mit dem Datum sei ihm ein Fehler unterlaufen.

Öffentliche Sitzung

In einer Mail schrieb Christian Schlatter von Veränderungen, die in Dornach anstehen. Diese ­würden sein Amt und vor allem sein Pensum direkt tangieren. Die Leitung der Verwaltung soll in die Hände einer «hauptverantwortlichen» Person übergehen. Arbeit, die heute Schlatter selbst leiste und somit Teil seines Pensums sei.

Die Gemeinderatssitzung vom 16. März wird erneut öffentlich sein. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass eine Gemeinderätin oder ein Gemeinderat verlangt, ein Traktandum nicht öffentlich zu behandeln. Zum Beispiel jenes über die Einsetzung einer Untersuchungskommission.

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