Weiche falsch gestellt

Im Bahnhof Liestal hat eine S-Bahn die wartenden Passagiere stehen gelassen, weil der Zug auf das falsche Gleis geleitet wurde. Den SBB ist es peinlich.

Die S-Bahn auf dem Durchfahrtsgleis in Liestal. Den wartenden Passagieren bleibt nur das Zusehen.

Die S-Bahn auf dem Durchfahrtsgleis in Liestal. Den wartenden Passagieren bleibt nur das Zusehen.

(Bild: Alexander Müller)

Die Passagiere auf dem Perron im Bahnhof Liestal schauten am Dienstagmorgen verwirrt zu, wie die S-Bahn langsam an ihnen vorbei- und ohne sie nach Basel weiterfuhr. Die S3 hätte um 8.11 Uhr auf Gleis 3 halten sollen. Der Zug blieb zwar an der Bahnhofseinfahrt kurz stehen. Aber nicht, um Personen aus- oder einsteigen zu lassen. Vielmehr wohl, weil auch der Lokführer verwirrt war, dass der Zug nicht in das Gleis mit dem Perron einbog, sondern geradeaus auf das Durchfahrtsgleis steuerte. Danach setzte die S-Bahn ihre Fahrt fort, ohne Passagiere ein- oder aussteigen zu lassen.

Die SBB reagierten professionell. Nur wenige Minuten später liessen sie einen Schnellzug ausserplanmässig halten, um wenigstens jene Passagiere mitzunehmen, die nach Basel wollten. Auch jene Pendler, die eigentlich aussteigen wollten, verloren lediglich zehn Minuten. Sie konnten mit dem nächsten Zug umgehend von Frenkendorf nach Liestal zurückkehren.

Fahrweg falsch programmiert

Der Grund für die falsch gestellte Weiche ist laut SBB-Sprecher Christian Ginsig eine Bedienungspanne: «Wegen Bauarbeiten war die S3 am Dienstag mit einer speziellen Zugnummer unterwegs und der sonst vom System automatisch angesteuerte Fahrweg wurde manuell programmiert.» Dabei sei irrtümlich der Fahrweg durch das Durchfahrtsgleis ausgewählt worden. Gefahr habe für die Passagiere im Zug und am Bahnhof zu keinem Zeitpunkt bestanden: «Der Fahrweg eines Zuges ist in jedem Fall sicher programmiert», beteuert Ginsig.

Den SBB ist der Zwischenfall peinlich: «Der Fehler war ärgerlich für die Kunden, und dafür entschuldigen wir uns», sagt Ginsig. Solche Vorfälle seien aber sehr selten. Normalerweise sei der Fahrweg eines Zuges vollautomatisch programmiert und es müsse nur bei Störungen oder Bauarbeiten manuell ins System eingegriffen werden.

Die wartenden Passagiere am Bahnhof Liestal nahmen es mit Humor. Für Schmunzeln sorgte die erste Durchsage der SBB, als die wartenden Pendler noch die Rücklichter des beschleunigenden Zugs sehen konnten: «Die S3 nach Basel ist durchgefahren.»

Basler Zeitung

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