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Verkehrsumleitung fehlgeschlagen

Seit einer Woche ist die Poststrasse für den Durchgangsverkehr gesperrt – doch noch immer fahren rund 3200 Autos pro Tag vom Bahnhof zum Törli. Die Stadt will die Signalisation verbessern und die Polizeikontrollen verstärken.

«Es ist schwieriger als erwartet, das Verkehrsregime umzustellen», sagt der Liestaler Stadtverwalter Roland Plattner. Am letzten Donnerstag und Freitag hat die Stadt auf der Poststrasse und der Rosenstrasse die Anzahl der Autos gezählt, um die Auswirkungen der Verkehrsumleitung von der Post- auf die Rosenstrasse zu erfassen. Ergebnis: Auf der Poststrasse ist die tägliche Verkehrsmenge nur gerade um zwanzig Prozent zurückgegangen, während sie auf der Rosenstrasse um den gleichen Prozentsatz zugenommen hat.

In Zahlen ausgedrückt: Auf der Poststrasse, einer Einbahnstrasse, sank die Fahrzeugzahl von 4000 auf rund 3200, auf der Rosenstrasse stieg die Gesamtzahl der Autos in beiden Fahrtrichtungen von 7500 auf 9000. «Viele Automobilisten fahren von der Kantonalbank-Kreuzung oder der Oristalstrasse über den Bahnhofplatz bis zum Törli durch», sagt Martin Hofer, Leiter des Stadtbauamts. Dabei ist die Poststrasse, die Verkehrsachse vom Bahnhof zum Wasserturmplatz und zum Törli, seit einer Woche wegen Bauarbeiten für den Durchgangsverkehr gesperrt. Nur noch Zubringer und Busse dürfen darauf verkehren.

«Viele Leute haben sich offenbar an die neue Verkehrsführung noch nicht gewöhnt», erklärt Hofer. Die Stadt will jetzt gemeinsam mit dem Kanton nach Möglichkeiten suchen, die Signalisation zu verbessern. Gestern Nachmittag nahmen der Vertreter der Stadt und der Baselbieter Verkehrspolizei an der Rheinstrasse und der Oristalstrasse einen Augenschein vor. An der Rheinstrasse wies bisher erst eine unauffällige Tafel bei der kantonalen Baudirektion auf die neue Verkehrsführung und die Sperrung der Poststrasse hin.

Nach Angaben von Plattner will die Stadt auch die Kontrollen durch die Stadtpolizei verstärken. Dabei setzte sie in erster Linie auf die «Information und Motivation» der Autofahrer. Denkbar sei zum Beispiel, die Stadtpolizisten bei der Einfahrt in die Poststrasse Handzettel an die Automobilisten verteilen zu lassen, um sie auf die Verkehrsumleitung aufmerksam zu machen, erklärt Hofer. Erst wenn diese Massnahmen nicht reichen sollten, werde die Polizei Bussen zu verteilen beginnen. «Wir wollen nicht den Gross-Sheriff heraushängen», sagt Plattner.

Die Stadt hoffe, das Ziel Schritt für Schritt erreichen zu können. In zwei Wochen sollen wieder die Fahrzeuge auf der Poststrasse und der Rosenstrasse gezählt werden. Laut Hofer soll die Verkehrsmenge auf der Poststrasse auf die Hälfte, also auf rund 2000 Autos pro Tag, gesenkt werden. Eine stärkere Entlastung sei wohl nicht möglich, weil viele Zubringer zur Post fahren.

Die Poststrasse soll bis zum kommenden März versetzt und verbreitert werden, damit die SBB gleich danach entlang der Strasse Lärmschutzwände bauen können. In etwa einem Jahr dürften die Schallschutzmauern stehen. Die Strasse wird aber voraussichtlich bis 2010 oder 2011 für den Durchgangsverkehr gesperrt bleiben: Nach dem Abschluss der Bauarbeiten an der Poststrasse will die Stadt den Postplatz und den Wasserturmplatz neu gestalten und das Gebiet zwischen dem Bahnhof und dem Törli in eine Begegnungszone mit Tempo 20 umwandeln.

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