So soll Salina Raurica dereinst aussehen

Pratteln

Eine städtebauliche Studie für das Entwicklungsgebiet Salina Raurica Ost sieht Wohnraum für 2500 Menschen und ebenso viele Arbeitsplätze vor.

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Jan Amsler

Ein neues Dorf, ein neues Quartier, ein Vorort? Wie soll man es nennen, wenn ein 200000 Quadratmeter grosses Areal am Rande einer Ortschaft entwickelt wird? Im Falle des Gebiets Salina Raurica Ost in Pratteln sprechen die Verantwortlichen von einem Stadtteil – aber auch von einem Mikrokosmos. Denn im Dreieck zwischen Rhein, Autobahn und Bözberg-Bahnlinie soll eine Überbauung entstehen, die Wohnen, Arbeiten und Freizeit miteinander verbindet. Einen Bahnhof gibt es bereits, zudem sind eine neue Hauptstrasse und eine Tramlinie vorgesehen.

Geplant ist, dass in Salina Raurica Ost Platz für 2500 neue Bewohner und ebenso viele Arbeitsplätze geschaffen wird. Das hat die BaZ bereits Ende März publik gemacht. Gestern Abend nun haben Vertreter von Kanton, Gemeinde und dem Bau-Riesen Losinger Marazzi die Vision im Detail vorgestellt.

Das Projekt soll von Augst her in Richtung der Autobahnraststätte realisiert werden. Bis im Jahr 2022 soll für den östlichen Teil ein erster Quartierplan stehen, der Spatenstich hierfür ist gemäss dem sportlichen Zeitplan ab Frühjahr 2023 möglich.

Der Fokus dieser ersten Etappe liegt auf Wohnungen. Die ­Ansiedlung von Betrieben im südwestlichen Teil des Areals soll aber parallel dazu erfolgen können. Die Verantwortlichen hoffen, dass hier Unternehmen aus der Life-Sciences-, der ICT- und der Robotik-Branche ihr Domizil finden. Punkto Wohnen will man eine Bevölkerungsgruppe ansprechen, die die gute Anbindung sowohl an die Stadt als auch an die Landschaft schätzen – ein Agglomerations-­Publikum also.

Auf dem Reissbrett sieht das Vorhaben auf dem Boden von Kanton, Gemeinde, der Roche und weiterer, privater Landeigentümer vielversprechend aus. Noch ist es aber ein Traum. Einer, der vor rund 20 Jahren ein erstes Mal geträumt wurde und seither Utopie geblieben ist. Soll daraus Realität werden, braucht es Investoren, die hier eine Zukunft sehen.

Benoît Demierre, der stellvertretende Generaldirektor der Losinger Marazzi, ist «guten Mutes, das Leuchtturmprojekt auch über die Ziellinie zu bringen», wie er sagt. An seinem Unternehmen liegt es auch, Investoren zu finden, die sich für die Wohnfläche interessieren. Losinger Marazzi hat bis heute, alleine für die Planung, 1,3 Millionen Franken investiert. Die Motivation, mögliche Geldgeber wie Pensionskassen, Stiftungen oder Genossenschaften an Land zu ziehen, um schliesslich bauen und einen Ertrag generieren zu können, ist entsprechend gross.

Kanton wartet auf Baureife

«Wir wollen hier das Quartier der Zukunft bauen», so Demierre. Stichworte hierzu: Modularbau, Holzbau, neue Materialien und wiederverwendete Baustoffe. Auch die Fachhochschule Nordwestschweiz sei interessiert, mitzuwirken und mitzudenken.

Aber wie lockt man Unternehmen an? In diesem Punkt liegt der Ball beim Kanton. Dieser lässt sich Zeit: «Die Fläche muss baureif sein, um sie zu vermarkten, denn die Unternehmen wollen ihre Pläne rasch realisieren können», sagt der Baselbieter Wirtschaftsdirektor Thomas Weber. Zuerst muss also die nötige In­frastruktur stehen. Die neue Hauptstrasse soll Ende 2022 befahrbar sein, der Bau der Tramverlängerung könnte theoretisch ab 2026 starten.

Sobald die Strasse bereit ist, ist der kantonale Standortförderer Thomas Kübler am Zug. Bei der Suche nach Unternehmen will er damit auftrumpfen, «dass es sich bei dieser Lage um das Tor zur Schweiz handelt und hier eine optimale Arbeitsplatzqualität besteht», sagt er zur BaZ.

Der grosse Vorteil des vorliegenden Entwurfs liegt darin, dass das Projekt in Etappen angegangen werden kann. «Es ist ein schrittweises Aufbauen möglich, wobei sich schon die ersten Bewohner wohlfühlen können», sagt Markus Schaefer von Hosoya Schaefer Architects. Sein Team war es, das das Siegerprojekt entworfen hat. Ursprünglich wurde Schaefer angefragt, um der Jury beizutreten. Das wollte er aber nicht: «Es handelt sich bei diesem Gebiet um eines der Highlights in der Schweiz. Da musste ich mitmachen.»

Der städtebauliche Entwurf und weitere Informationen zur Salina Raurica werden heute Mittwoch von 18 bis 20 Uhr in der alten Dorfturnhalle in Pratteln vorgestellt.

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