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Schulstoff in Muttenz: SVP zählt zu fremdenfeindlichen Parteien

Die Junge SVP reagiert schockiert auf ein Aufgabenblatt an einem Baselbieter Gymnasium.

Auszug aus dem Muttenzer Aufgabenblatt - vollständige Version weiter unten im Lauftext.
Auszug aus dem Muttenzer Aufgabenblatt - vollständige Version weiter unten im Lauftext.

Während des Geschichtsunterrichts im Gymnasium Muttenz wurde diese Woche den Schülern und Schülerinnen ein Aufgabenblatt zum Thema Rechtspopulismus verteilt. Das Ziel: die Jugendlichen mit einem theoretischen Grundverständnis von Populismus auszustatten.

Einige der darauf aufgeführten Fallbeispiele: die AfD in Deutschland, die Lega in Italien, die FPÖ in Österreich und die SVP in der Schweiz. Als typische Elemente des Rechtspopulismus werden dabei «Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit, Autoritarismus, evtl. Rassismus, Antisemitismus, Homophobie» angegeben.

Für Nicole Roth, Präsidentin Junge SVP Baselland, sind solche Unterrichtsunterlagen «inakzeptabel». Das Gymnasium Muttenz würde die SVP «diffamieren». Sie lasse sich als «jahrhundertealte Bundesratspartei nicht mit ausländischen Neubewegungen» vergleichen.

Zudem bemängelt Roth, dass unter den aufgelisteten populistischen Parteien nur solche aufzufinden seien, die «rechts von der Mitte sind». Linke Parteien würden auch neben dem Aufgabenblatt «kein Thema» im Unterricht sein. Eine Schule mit einem staatlichen Bildungsauftrag habe aber politisch neutral zu sein.

 Dieses Aufgabenblatt mussten diese Woche Muttenzer Gymnasiasten lösen.
Dieses Aufgabenblatt mussten diese Woche Muttenzer Gymnasiasten lösen.

Weiter fordert die Junge SVP in der am Freitag veröffentlichten Medienmitteilung die zuständige Lehrerschaft dazu auf, das «persönliche Parteibüchlein während der Schulzeit auf die Seite zu legen».

«Vom Kontext losgelöst»

Brigitte Jäggi, Rektorin des Gymnasiums Muttenz, sagt auf Anfrage der BaZ: «Ein einzelnes Arbeitsblatt, losgelöst von diesem Kontext und ohne Erwähnung von begleitenden Materialien, Diskussionen und Ergebnissen zu twittern, ist unnötig polemisch.» Für eine Beurteilung der politischen Neutralität von Unterricht sei das Arbeitsblatt nicht aussagekräftig. Zudem sei die «Bearbeitung von Linkspopulismus» in der Unterrichtseinheit ebenfalls geplant.

Wie Nicole Roth der BaZ sagt, sei dies im Geschichtsunterricht bisher noch nicht der Fall gewesen.

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