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Rasche Revitalisierung für das Schänzli-Areal gefordert

Trotz zähen Ringens um die Zukunft des Muttenzer Schänzli-Areals soll das Teilgebiet Vogelhölzli bald revitalisiert werden. Naturschützer haben dazu am Mittwoch ein Vorprojekt für das eingezäunte Naturschutzgebiet überreicht.

Das Waldstück namens Vogelhölzli ist seit 1933 unter Obhut des Tierschutzvereins und - obschon vom Schnellstrassenbau inzwischen halbiert - seit 50 Jahren kantonales Naturschutzgebiet.
Das Waldstück namens Vogelhölzli ist seit 1933 unter Obhut des Tierschutzvereins und - obschon vom Schnellstrassenbau inzwischen halbiert - seit 50 Jahren kantonales Naturschutzgebiet.
Henry Muchenberger

Der Kanton hat beim Schänzli, vis-à-vis des Gartenbads St. Jakob zwischen Birs und H18 gelegen, den Bau von Sportanlagen im Auge, während Gemeinde und Naturschützer der Birs mehr naturnahen Raum geben wollen. Beim Vogelhölzli indes ist eine Renaturierung unbestritten. Dort habe es keine Leitungen oder Altlasten im Boden, und es sei bereits mit einem Zaun abgetrennt, hiess es an einer Medienkonferenz.

Dieser Zaun soll gemäss Vorprojekt auch in Zukunft bleiben, um sensiblen Pflanzen- und Tierarten eine Chance zu geben. Nach der unlängst abgeschlossenen Revitalisierung der ehemaligen ARA Reinach zum Beispiel seien gerade gepflanzte Bäume böswillig abgesägt worden, begründete Baudirektor Jörg Krähenbühl diese Absicht.

Birs als Tiefbauerin

Für die rund 600 Meter Birsufer mit 2,5 Hektaren urwaldigem Hinterland im Vogelhölzli schlägt das Vorprojekt nur wenige Hartverbauungen vor: Der Bach soll dank Kiesbänken sein Bett zu einem grossen Teil selber bauen. Dies wäre ein Novum im Baselbiet. Eine Geländesenke soll zudem als Auen-Flussarm belebt werden.

Diese Ideen seien bei einer Umfrage sehr gut angekommen, sagte Pro Natura Baselland-Geschäftsführer Urs Chrétien. Man wolle im nicht öffentlichen Vogelhölzli sichere Heimat bieten für Eisvogel, Flussregenpfeifer, Aeschen oder für den Biber. Von Ruhe im akustischen Sinn kann neben der H18 indes nicht die Rede sein.

Baudirektor nicht dagegen

Die Initianten des Vogelhölzli-Vorprojekts beziffern die Kosten auf gut 2,5 Millionen Franken. Folgekosten gebe es kaum. Das entspreche nur etwa «fünf Harassenläufen», sagte Chrétien in Anspielung auf die Kosten des Polizeieinsatzes gegen den umstrittenen Saufanlass auf der anderen Birsseite. Dort ist übrigens eine Beobachtungsplattform angedacht.

Muttenzer Landratsmitglieder haben nun eine Motion für das Vorziehen der Vogelhölzli-Revitalisierung angekündigt. Krähenbühl versprach am Mittwoch vor Ort vage, das Anliegen «sobald als möglich» umsetzen zu wollen. Zum umstrittenen unteren Schänzli-Teil sprach er unverbindlich von eigener Zuversicht für Kompromisse.

Die Gemeinde Muttenz hatte im Herbst 2008 mit der eigenen Landschaftsplanung ein Konzept für naturnahe Erholungsnutzung des ganzen Schänzli vorgestellt. Der Kanton als Grundeigentümer plant mittelfristig Sport-Bauten, etwa für die Hochschule. Einschränkungen gibt es wegen einer Trinkwasserfassung.

SDA/jg

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