Zum Hauptinhalt springen

Pumpen verhindern Trinkwasserverschmutzung

Das Trinkwasser aus der Hard bei Muttenz ist durch Alt-Deponien nicht gefährdet – solange frisches Rheinwasser in die Hard gepumpt wird.

Ein «Grundwasserberg» schützt die Trinkwasserfassungen im Hardwald vor dem Abstrom der Deponien und anderer Belastungen.
Ein «Grundwasserberg» schützt die Trinkwasserfassungen im Hardwald vor dem Abstrom der Deponien und anderer Belastungen.
Keystone

Dass Chemiespuren im Grundwasser der Hard von Alt-Deponien in Muttenz herrühren, hatte ein 2009 vorgelegter Untersuchungsbericht gezeigt. Inzwischen hat das Baselbieter Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) an neun Stellen Tiefenbohrungen durchgeführt und Modellrechnungen zu verschiedenen Szenarien erstellen lassen, wie an einer Medienkonferenz am Dienstag verlautete.

Ergebnis ist, dass der sogenannte «Grundwasserberg» die Trinkwasserfassungen im Hardwald vor dem Abstrom der Deponien und anderer Belastungen schützt. Dieser «Berg» gegenüber dem umgebenden Grundwasser entsteht durch das Anreichern des Hard-Grundwassers durch Rheinwasser, das die spätere Trinkwasserförderung ermöglicht.

Keine langen Unterbrüche

Allerdings ist dieser Schutz nicht unbeschränkt, wie komplexe Modellberechnungen eines Teams des Geologen Peter Huggenberger von der Universität Basel ergaben: Laut dem Experten ist das Grundwasser im Hardwald solange geschützt, als die Anreicherung nicht mehr als fünf Tage ausser Betrieb bleibt. Dies gelte auch dann, wenn an den Chemiestandorten in Schweizerhalle kein Grundwasser gefördert würde. Bei einem längeren Unterbruch der Anreicherung - berechnet wurden bis drei Monate - entstehen laut Huggenberger indes Trinkwassergefährdungen durch Deponieabströme; in einem Szenario reicht der Abstrom bis ins Birstal.

Nötig sei daher ein möglichst konstantes Versickern des Rheinwassers durch die Hardwasser AG, schloss Huggenberger. Ein kontinuierlicher Pumpbetrieb sei zudem beim Grundwasserbrunnen der Firma Florin beim Bahnhof Muttenz nötig, und der Industrie-Brunnen in Schweizerhalle sollte überwacht werden.

Belastung von früher

Laut AUE-Projektleiter Adrian Auckenthaler haben die Untersuchungen im Übrigen einen früheren Befund bestätigt: Analysen von Bohrkernen und Grundwasser zeigten, dass die im Hard-Grundwasser gefundenen Chemikalienspuren aus Ablagerungen früherer Jahrzehnte stammten, als die Grundwasserströme noch anders verliefen als heute. Ihren Lauf geändert hatten diese mit dem Stau des Rheins in Birsfelden und dem Start des «Grundwasserbergs» in den 1950er-Jahren sowie mit der Industrienutzung in Schweizerhalle. Im Raum Muttenz weist gemäss den Experten der ganze Grundwasserkörper bis in eine Tiefe von 100 Meter Chemikalienspuren auf.

An der Belastung mittelfristig nichts ändern, weil sie von früher stammt, wird gemäss Auckenthaler die Sanierung der Muttenzer Deponie «Feldreben» - nötig sei weiterhin der «Grundwasserberg». Zudem soll das Trinkwasser weiterhin aufbereitet werden, und das AUE will das Grundwasser weiter überwachen und einzelne Orte genauer untersuchen.

SDA/amu

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch