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Linke will mehr Dichte beim Bauen

Mit einem Quartierplan sollen grosse Einkaufsläden im Gewerbegebiet Letten ermöglicht werden. Die SP will, dass das Areal dichter gebaut wird als vorgesehen.

Eine «optimale Nutzung und Revitalisierung der bestehenden Gewerbebauten» und die «Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen für Verkaufseinheiten mit mehr als 1000 Quadratmetern Nettoladenfläche» – diese Ziele verfolgt der Quartierplan für das Gewerbezentrum Letten an der Ecke Binningerstrasse/Brennerstrasse. Es soll Coop und Aldi ermöglicht werden, grössere Filialen einzurichten. Mit den beiden Detaillisten bestehen bereits Vorverträge, sagt Bernhard Binkert, Verwaltungsratspräsident der Landeigentümerin Bige Immobilien AG und Sprecher des Komitees, das sich für den Quartierplan einsetzt.

Dass die Vorlage am 28. September an die Urne kommt, liegt am Behördenreferendum, das die SP im Einwohnerrat durchsetzte. Der etwas überraschende Vorstoss führte auf bürgerlicher Seite zu Unverständnis und bösen Bemerkungen. Für die Sozialdemokraten ist der Quartierplan zu wenig haushälterisch im Umgang mit dem Boden. Konkret sehen die Pläne nur die Umnutzung eines Teils des bestehenden Gebäudekomplexes für die Läden vor, nicht aber eine Aufstockung auf 20 Meter, wie das gemäss neuem Zonenreglement möglich wäre. «Damit wird das eben erst beschlossene Reglement aus einem kurzfristigen Interesse heraus ausser Acht gelassen», sagt SP-Präsident Jean-Jacques Winter und verweist auf die dort festgeschriebene Forderung, im Siedlungsgebiet dichter zu bauen, damit Allschwil nicht ins Grüne hinauswuchert. Wenn die Gemeinde ein Sonderbaurecht gewähre, müsse sie eine Gegenleistung einfordern.

Binkert aber sieht die Nachfrage nicht gegeben, um höher zu bauen: Auf der Nachbarparzelle habe man vor einiger Zeit ein Geschäftshaus bauen wollen – das Interesse sei aber gering gewesen, weshalb man das Projekt fallen lassen musste. «Wir sind kein grosses Unternehmen, das auf Vorrat bauen kann», lautet Binkerts Folgerung für den aktuellen Quartierplan.

Im Einwohnerrat hatte SP-Vertreter Andreas Bammatter allerdings darauf hingewiesen, dass auch das Gewerbegebiet am Bachgraben nicht vom ersten Tag an voll belegt gewesen sei. «Wir wissen ausserdem von Interessenten für Produktions- und Büroräume im Letten-Gebiet», sagt Winter. Auch spricht er davon, dass der Quartierplan die Expansionsmöglichkeiten ansässiger Betriebe einschränken würde, was zu einem Exodus führen könnte. Binkert lässt das nicht gelten: «Im Mitwirkungsverfahren wurden keine Bedenken laut.» Und erst in den letzten Monaten habe sich ein einzelner Interessent bei ihm gemeldet. Binkert sagt auch, dass man seit der Übernahme des Areals im Jahre 2001 2,5 Millionen in Gebäudesanierungen investiert habe. Diskutiert wird auch die Frage, was mit den bestehenden, eher kleinen Coop-Filialen in Allschwil geschieht, wenn im Letten ein grosses Center einzieht. «Alle drei Filialen bleiben erhalten», beteuert Coop-Sprecherin Stephanie Weiss.

Fragen wirft schliesslich der Verkehr auf der schon heute stark belasteten Binningerstrasse auf, der durch die Läden weiter wachsen würde: Für Winter würden zusätzliche Betriebe für ruhiges Gewerbe im aufgestockten Letten-Zentrum einen verkraftbaren Mehrverkehr verursachen. Binkert aber fürchtet «massive Beschränkungen aufgrund des zusätzlichen Verkehrs», würde er die maximale Gebäudehöhe tatsächlich ausnützen.

Für Gemeindepräsident Anton Lauber geht es bei der Vorlage nicht zuletzt um die Wirtschaftsförderung. Er hofft, dass Coop nicht ein weiteres Mal bei einer Abstimmung negative Erfahrungen macht und endlich eine grössere Filiale in Allschwil eröffnen kann. «Es gibt objektiv keine rechtlichen Probleme, die gegen den Quartierplan sprechen – das Zonenreglement erhöht vorab den Handlungsspielraum für private Bauvorhaben», so Lauber. Und: «Man kann einen Unternehmer nicht zwingen, die mögliche Ausnützung eines Areals voll auszuschöpfen.»

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