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Kraftwerk will mehr Strom aus dem Rhein holen

Mit einer Rheinaustiefung soll die Leistung des Kraftwerks Birsfelden erhöht werden. Das hätte auch Auswirkungen auf das Stadtbild.

Kostas Maros

Eine vorzeitige Konzessionserneuerung soll dem grössten Laufkraftwerk der Schweiz, dem Kraftwerk Birsfelden (KWB) bei Basel, mit einer Austiefung des Rheins eine Steigerung der Stromproduktion ermöglichen. Wenn alles klappt, soll die neue Konzession im Februar 2019 vorliegen - die heutige läuft 2034 aus.

Das Austiefungsprojekt war zwar schon 1992 vorgelegt, aber wegen ökologischer Einwände und Rentabilitätszweifeln 1999 schubladisiert worden. Die Energiewende nach Fukushima hat inzwischen die Perspektiven verschoben, doch die wegen der kurzen Rest-Konzessionsdauer heikle Finanzierung erschwert die Neuplanung.

Nun sollen die damals auf 30 Millionen Franken geschätzten Baukosten der Austiefung nicht mehr in nur rund 15 Jahren Nutzzeit bis zum Ablauf der alten Konzession amortisiert werden, sondern gleich mit einer neuen Konzession, wie KWB-Direktor Sascha Jäger zur Nachrichtenagentur sda sagte. Diese soll dann wieder 80 Jahre gelten und optimalerweise 2034 an die noch laufende anschliessen.

Vorprojekt Mitte 2016

Wie viel die Rheinaustiefung heute kostet, soll ein Vorprojekt Mitte 2016 zeigen. Anhand dessen wird im selben Jahr über ein Baugesuch entschieden. Die Bauzeit wird auf fünf Jahre geschätzt. Bis hinunter zur Basler Wettsteinbrücke wäre nicht nur loser Kies auszubaggern, sondern man müsste teils auch Felsgrund abtragen.

Unter dem Stauwehr soll der Rheinpegel konkret um - je nach Wasserführung - etwa 30 Zentimeter abgesenkt werden. Dabei müssen für die Rheinschifffahrt, namentlich grosse Frachtschiffe auf dem Weg in die Häfen Birsfelden und Muttenz, die Fahrrinnen immer ausreichend tief bleiben. Tangiert sind auch Ökologie und Stadtbild.

Der Kanton Baselland schätzt das Potenzial der Austiefung auf rund 20 Gigawattstunden (GWh) Mehrproduktion im Jahr; also knapp vier Prozent der durchschnittlichen KWB-Jahresproduktion von 542 GWh. Zum Vergleich: Das AKW Mühleberg produziert gut 3000 GWh im Jahr.

Bafu am Ball

Gemäss einem Zeitplan des KWB, der in einem Bericht des Kantons Baselland zur Fischgängigkeit seiner Gewässer angehängt ist, hat das Projekt offiziell Ende November 2014 begonnen - die Austiefung soll mit dem Bau einer zweiten Fischtreppe koordiniert werden. Sondierungsgespräche mit Schweizer und deutschen Behörden standen noch vor dem Jahreswechsel an.

Nun sollen die Kantone angesprochen und das Verfahren festgelegt werden - das KWB gehört Stromversorgern der beiden Basel. Eine «Protokollerklärung» dazu ist auf 23. Januar 2015 angesetzt; bis im zweiten Quartal soll ein erster Umsetzungsentscheid fallen. Klappt alles, soll das Konzessionsgesuch Ende 2017 eingereicht werden.

Angesichts der Vorgeschichte wagt sich Jäger zu den Chancen des Projektes nicht auf die Äste hinaus: Zunächst sei das OK des Bundes abzuwarten, sagte er. Der KWB-Zeitplan ist vor Jahresende mit dem Fischgängigkeits-Bericht dem Bundesamt für Umwelt eingereicht worden. Dessen Stellungnahme wird in Liestal Mitte Jahr erwartet.

SDA/amu

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