Zum Hauptinhalt springen

Knochenfund: Der Tote war ein Teenager

Nach dem rästelhaften Knochenfund im Oberbaselbiet ist klar: Die in Wintersingen ausgegrabenen Gebeine sind historisch. Dies ergaben Untersuchungen.

Alte Knochen: Die Gebeine aus Wintersingen stammen von einem jungen Mann – der schon sehr lange tot ist.
Alte Knochen: Die Gebeine aus Wintersingen stammen von einem jungen Mann – der schon sehr lange tot ist.
Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft

Die am Karsamstag in Wintersingen bei Bauarbeiten aufgetauchten menschlichen Knochen stammen von einem Mann aus dem 19. Jahrhundert, vielleicht sogar aus dem frühen Mittelalter. Die Staatsanwaltschaft hat daher ihre Untersuchungen eingestellt, wie sie am Montag mitteilte.

Beim Baggern für eine neue Zufahrt auf einem Privatgrundstück waren die Gebeine in rund einem Meter Tiefe aufgetaucht. Die Behörden stellten die Knochen, Knochenteile sowie eine grössere Menge Erdreich sicher. Seither haben Rechtsmediziner, Kriminaltechniker und Anthropologen die Funde untersucht.

Todesursache bleibt ungeklärt

Zutage getreten sind offenbar sterbliche Überreste eines 14 bis 15 Jahre alten Mannes von etwa 175 Zentimetern Grösse, wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte. Die Experten haben keine Verletzungen zu Lebzeiten festgestellt, ebensowenig an Knochen erkennbare schwere Krankheiten wie Tuberkulose.

Demnach bleibt die Todesursache ungeklärt. Laut einem Sprecher der Staatsanwaltschaft wäre denkbar, dass der Mann an einer Grippe, Hunger oder einer Infektion starb; das sei nur anhand der Knochen nicht zu eruieren. Die Lebenserwartung lag im Frühmittelalter im Schnitt bei etwa 35 Jahren.

Ein Verbrechen kann nicht ausgeschlossen werden. Aber selbst ein Mord wäre heute nach 30 Jahren verjährt. Laut dem Baselbieter Kantonsarchäologen Reto Marti hatte es in Wintersingen schon frühmittelalterliche Grabfunde gegeben, dies jedoch in anderen Teilen der Gemeinde. Das Fundort-Grundstück gehört einer Firma, an der auch der Gemeindepräsident von Wintersingen beteiligt ist.

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch