Kein Nutzen bei Langmattstrassen-Verlängerung

Oberwil

Eine Verlängerung der Langmattstrasse in Oberwil in Richtung Osten ist im Baselbieter Landrat umstritten.

Gemäss Prognosen wäre die Verlängerung zu teuer und der Verkehr würde sogar zu nehmen.

Gemäss Prognosen wäre die Verlängerung zu teuer und der Verkehr würde sogar zu nehmen.

Gegen die Vorlage waren SP, Grüne/EVP und GLP/G-U. Seine Fraktion sehe den Nutzen dieser Strasse nicht, sagte ein SP-Sprecher. Mit Kosten von geschätzten 13 Millionen Franken sei die Verlängerung zu teuer und bringe nur eine marginale Entlastung für Therwil, in Oberwil nehme der Verkehr gemäss Prognosen sogar zu.

Eine Sprecherin der Grünen/EVP-Fraktion verlangte eine ganzheitliche Betrachtung. Von den Gemeinden im Leimental werde dieses Projekt nicht priorisiert.

Die Gemeindeversammlung von Oberwil habe die Strasse zudem mehrfach abgelehnt. Ein Nichteintreten auf die Vorlage lehnte der Landrat mit 49 zu 35 Stimmen jedoch ab.

Gegen "Luxusprojekt"

Die FDP sprach sich zwar für die Strassenverlängerung, aber gegen die Genehmigung des vorgelegten generellen Projekts aus. Die FDP wolle "kein Luxusprojekt". Die Kostentreiber müssten hinterfragt werden. Eine Verlängerung nütze indes dem öffentlichen Verkehr und dem Individualverkehr.

Minimale Verbesserungen seien auch Verbesserungen. Die Wirkung der Strasse sei gemäss Gutachten "ernüchternd", hiess es von CVP/BDP. Die Kosten seien zu hoch. Für eine Sicherung des Trassees im Richtplan sprach sich die Fraktion dennoch aus. Es sei dort auch der Bau einer wohl günstigeren Gemeindestrasse denkbar.

Vorbehaltlos hinter der Vorlage stand zunächst die SVP. Es gebe in diesem Gebiet ein grosses Verkehrsproblem, das gelöst werden müsse. Betroffen sei auch der öffentliche Verkehr.

Der Antrag der FDP, das generelle Projekt aus dem Landratsbeschluss zu streichen, nahm das Parlament jedoch einstimmig an. Baudirektorin Sabine Pegoraro versprach zuvor, günstigere Varianten zu prüfen.

260 Meter lang

Verlängert werden soll die Langmattstrasse um rund 260 Meter über den Marchbach. Das vorgelegte generelle Projekt sah vor, die verlängerte Langmattstrasse mit einem Kreisel an die Therwilerstrasse anzuschliessen. Die Therwilerstrasse wäre so mit dem Oberwiler Gewerbegebiet Mühlematt verknüpft worden.

Die zusätzliche und nicht von Tramübergängen betroffene Talquerung im Kantonsstrassennetz hätte gemäss Landratsvorlage zu einer Entlastung der Ortszentren von Oberwil und Therwil und insbesondere der Ringstrasse in Therwil führen sollen. Heute kommt es in den Spitzenstunden an den Barrieren häufig zu Staus.

Geplant waren ausserdem Velostreifen und Lärmschutzwände. Für die Querung der Talstrasse mit der Langmattstrasse war eine Unterführung für den Fuss- und Veloverkehr vorgesehen.

Eine Verlängerung der Langmattstrasse war schon in der Entwicklungsplanung Leimental-Birseck-Allschwil (ELBA) enthalten, die 2015 von den Baselbieter Stimmberechtigen abgelehnt worden war. Die Regierung hatte das Projekt nach dem Nein zu ELBA als prioritär eingestuft und dessen Weiterbearbeitung im Investitionsprogramm vorgesehen.

cj/sda

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