Grundwasser abpumpen dauert noch Wochen

Pratteln

Der finanzielle Aufwand zur Eindämmung der Grundwasserverunreinigung, die eine lecke Leitung der Rohner AG verursacht hat, ist gross.

Bei der Auswertung der Messdaten seien im Grundwasser mehrere Stoffe in deutlich erhöhter Konzentration festgestellt worden.

Bei der Auswertung der Messdaten seien im Grundwasser mehrere Stoffe in deutlich erhöhter Konzentration festgestellt worden.

(Bild: Keystone)

Sofortmassnahmen zur Eindämmung der Grundwasserverunreinigung, die eine lecke Abwasserleitung der Rohner AG in Pratteln verursacht hat, sind mittlerweile umgesetzt worden und werden bis auf Weiteres andauern.

Bereits am 5. März seien die notwendigen Installationen vor Ort eingerichtet worden, um das Grundwasser im Bereich der Havarie abzupumpen, schreibt die Bau- und Verkehrsdirektion (BUD) in einer Medienmitteilung. Mittlerweile laufe die Installation einer zweiten Pumpe im betroffenen Bereich. Diese würden gegen Ende dieser Woche in Betrieb gehen. Das abgepumpte Grundwasser werde in die Abwasserreinigungsanlage (ARA Rhein) geleitet.

Massnahmen dauern mehrere Monate an

Bis zum 18. März seien bereits rund 1600 Qubikmeter verunreinigtes Grundwasser abgepumpt und der ARA Rhein zur Behandlung zugeführt worden, schreibt die BUD weiter. Die Wirkung der Massnahmen und die Ausbreitung des Grundwassers würden laufend überwacht werden, um bei Bedarf korrigierend eingreifen zu können. Die eingeleiteten Massnahmen zur Eindämmung der Grundwasserverunreinigung werden voraussichtlich noch mehrere Monate andauern.

Bei der Auswertung der Messdaten seien im Grundwasser mehrere Stoffe in deutlich erhöhter Konzentration festgestellt worden. Im Vergleich zu früheren Untersuchungen des Grundwassers im Bereich des Areals sei eine Reihe von Chemikalien, die für Industrieabwasser typisch sind, in deutlich erhöhter Konzentration nachgewiesen worden. Zu den gefundenen Stoffen gehören verschiedene organische Lösungsmittel und flüchtige organische Verbindungen, die in der chemischen Produktion eingesetzt werden sowie Ausgangssubstanzen zur Herstellung von chemischen-pharmazeutischen Produkten.Das Ausmass des Grundwasserschadens könne zurzeit noch nicht abgeschätzt werden. Der finanzielle Aufwand für die eingeleiteten Massnahmen sowie die Überwachung der Verunreinigung werde sich voraussichtlich auf einen sechsstelligen Betrag belaufen.

Werden Löhne nicht bezahlt?

Die Rohner AG hat am 25. Februar wegen eines Lecks in einer Abwasserleitung für Aufruhr gesorgt. Dem Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) wurden auffällige Grundwasser-Messdaten gemeldet. Umgehend eingeleitete Abklärungen ergaben, dass eine erhebliche Menge an Industrieabwasser ins Grundwasser gelangt ist, nachdem es auf dem Areal der Firma Rohner AG zu einem Leck in einer Abwasserleitung gekommen war. Trinkwasserfassungen waren von der Havarie zu keinem Zeitpunkt betroffen.

Jetzt wurden noch weitere Details um die Rohner AG bekannt. Wie auf der Website von Telebasel zu lesen ist, würden die Löhne der Mitarbeitenden zumindest teilweise nicht mehr bezahlt. Die Unia habe auf Anfrage von Telebasel geschrieben, dass die Mitarbeitenden bis heute auf rund zwei Drittel ihres 13. Monatslohns aus dem Jahre 2018 warten würden, den Februarlohn 2019 hätten sie bis gestern nicht erhalten.

ms

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