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Für einmal Filmstar sein

Beim Movie-Camp lernten 86 Jugendliche das Filmhandwerk.

In Gruppen von fünf bis neun Jugendlichen galt es jeweils, einen Kurzfilm zu realisieren.
In Gruppen von fünf bis neun Jugendlichen galt es jeweils, einen Kurzfilm zu realisieren.
Pino Covino

Roter Teppich, Oscarauszeichnungen und jede Menge Glamour – die Filmwelt wirkt auf viele Menschen anziehend. 86 Kinder und Jugendliche hatten in der vergangenen Woche die Möglichkeit, dieser Filmwelt näherzukommen. Schon zum sechsten Mal fand im Münchensteiner Walzwerk-Areal das Movie-Camp statt, organisiert von einem Verein, dem zahlreiche Filminsider angehören. Unterstützt wird es von den beiden Basler Kantonen und von diversen Stiftungen.

Selber machen war an diesem Movie-Camp Trumpf. Die Jugendlichen lernten das Filmemachen von der Pike auf. Ziel war es, jeweils in einer Gruppe von fünf bis neun Personen einen Kurzfilm zu realisieren. Anfang der Woche musste in der Gruppe der Inhalt des Films abgesteckt werden, um anschliessend ein passendes Drehbuch zu schreiben. Mitte der Woche galt es, Drehorte zu finden und die Sequenzen zu filmen. Am Donnerstag und Freitag standen das Schneiden und das Vertonen der Kurzfilme auf dem Programm.

«Da wollte ich auch hin»

«Meine Schwester war letztes Jahr schon dabei», erzählt Chiara. «Sie hat es cool gefunden, und darum wollte ich auch hin.» Es ist Mittwoch, und nun steht Chiara als Schauspielerin im Einsatz. «Das eigentliche Filmen macht am meisten Spass.» In ihrer Gruppe ist auch Anna-Sophie. Sie verrät ansatzweise, welchen Inhalt ihr Kurzfilm haben soll: «Ein alter, verwitweter Mann hat ein Handy und denkt, dass sich seine verstorbene Frau über das Gerät bemerkbar macht. Doch dann fällt ihm das Handy aus der Hand und ist kaputt.»

Danny, der ebenfalls zur Gruppe gehört, ist mit der Vertonung der gedrehten Sequenzen befasst. «Ich habe am liebsten mit dem Sound zu tun.» Die Gruppe wird betreut durch Steve Davonas, der über eine Schauspielerausbildung verfügt. «Ich schaue, dass alle Szenen gedreht werden, und versuche, den Überblick zu behalten.»

Nils gehört zu einer anderen Gruppe und fungiert dort als Kameramann. «Wenn man es einmal kapiert hat, ist das Filmen eigentlich ganz einfach», sagt er. Grundsätzlich habe er es gern, viele Leute um sich zu haben und Neues auszuprobieren, so Nils. «Das ist besser, als Playstation zu spielen.» Im Film seiner Gruppe geht es um Mobbing an der Schule. Chantal hat in diesem Projekt eine Schülerin zu spielen, die gemobbt wird. Die Schauspielerei und das Zusammensein mit neuen Freunden machten ihr Spass, sagt sie. Daniel gehört auch zur Gruppe und fungiert als Direktor. Er müsse unter anderem sagen, wo die Kamera zu stehen komme, und habe dem Team Ideen zu liefern. Die Funktion bedinge, dass er ziemlich selbstbewusst auftrete.

In einer anderen Gruppe wirkt Charlotte als Regisseurin. «Man muss mit einer klaren Vision des fertigen Produktes kommen, hinter der Filmidee stehen und eindeutige Anweisungen geben», umschreibt sie ihre Aufgabe. Sie sei schon zum dritten Mal beim Movie-Camp dabei. Im Film dieser Gruppe gibt es eine tote Person an einer Party. Die Zuschauer erfahren dann in Flashbacks, was genau zum Tod geführt hat. Zur Gruppe gehört auch Luca, der schon zum vierten Mal mitmacht. Er ist in seiner Gruppe der Kameramann. «Die Kameraführung macht am meisten Spass», ist sein Fazit.

Giacun Caduff ist der Chef des sechsten Movie-Camps in Münchenstein. Als «Feriencamp, das voll herausfordert», umschreibt er die Veranstaltung. Zentral sei dabei nicht nur die fachliche Weiterbildung, sondern auch die Förderung des Teamzusammenhalts. Die Betreuer, die im Camp zum Einsatz kämen, hätten alle einen Bezug zum Filmgeschäft, sagt Caduff. Unter ihnen seien etwa Kameraleute, Schauspielerinnen und Fotografen.

Abschluss heute Samstag

Jan macht beim Pro-Camp mit. Das ist sozusagen die Abteilung für fortgeschrittene Filmer am Movie-Camp. Die Pro-Camper sind gar schon seit letztem Samstag im Einsatz. Sie haben die Aufgabe, ein Drehbuch, das ihnen vorgegeben wurde, filmisch umzusetzen. Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin des Pro-Camps hat dabei einen erfahrenen Profi-Mentor zur Seite gestellt bekommen. Jan fühlt sich in diesem Business wohl. Kameramann zu werden, ist sein Berufsziel.

Nach einer Woche Arbeit folgt für die Teilnehmenden am Movie-Camp heute Samstag die Kür. Vormittags um halb elf werden die produzierten Kurzfilme im Rahmen einer Schlussveranstaltung im Kino Pathé Küchlin in Basel gezeigt. Die Angehörigen der Kinder und Jugendlichen sind eingeladen, der Vorführung beizuwohnen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Movie-Camps bekommen zudem ein Diplom überreicht.

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