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Foodtruck-Senioren setzen auf Fernsehkoch Bumann

Trudi und Markus Ott und ihre Rindshaggfleisch-Kiechli machen im Jubiläumsjahr von «Bumann, der Restauranttester» den Auftakt.

Daniel Bumann stattet Trudi Ott einen Besuch ab. Zuerst skeptisch, lässt er sich von den Frikadellen schliesslich überzeugen.
Daniel Bumann stattet Trudi Ott einen Besuch ab. Zuerst skeptisch, lässt er sich von den Frikadellen schliesslich überzeugen.
Screenshot 3+

Daniel Bumann ist skeptisch. «Wer hackt, verkackt», sagt der frühere Sternekoch. Dann lässt er sich ein Rindshaggfleisch-Kiechli servieren. Er greift die Frikadelle mit der Hand, nimmt einen Bissen, blickt in die Kamera und meint: «Ein Fernsehen, das man riechen kann, gibt es noch nicht. Aber ich kann euch sagen: Diese Kiechli schmecken hammermässig gut.» Diese Szene war gestern Abend im Fernsehprogramm von 3+ zu sehen.

Die zwölfte Staffel von «Bumann, der Restauranttester» startet in Basel an der Herbstmesse. Trudi und Markus Ott aus Reinach verkaufen an der Theke ihres Foodtrucks traditionelle Rindshaggfleisch-Kiechli. Doch das Geschäft läuft nicht so, wie sie es sich wünschen. Insbesondere die jüngere Kundschaft bleibt aus. Also bitten sie den bekannten TV-Koch Bumann um Rat.

Überraschungsgast Baschi

Am kulinarischen Angebot hat Bumann nicht viel zu beanstanden. Sorgen bereiten ihm hingegen die Preise: «Unglöiblich ginschtigi Pryyse», sagt der Walliser. «Lässt sich damit überhaupt etwas verdienen?» Die optische Erscheinung des Foodtrucks kritisiert er als veraltet. Damit liessen sich keine jungen Leute anlocken. Und weiter: Wer soll das Geschäft weiterführen? Schliesslich sind Trudi und Markus Ott bereits 70 und 71 Jahre alt. Die Tochter ist zwar interessiert, verfolgt aber noch ihre eigenen Ideen. In Büren führt sie eine Zweigstelle von Traggi, wie Otts Familienbetrieb abgekürzt heisst.

Es kommt, wie es kommen muss bei dieser Sendung: Bumann perfektioniert die Gerichte, lässt von Designprofis den Truck neu gestalten und bringt sogar die Tochter dazu, sich verstärkt im elterlichen Betrieb zu engagieren. Auch die obligate Überraschung bleibt nicht aus: Vor dem St.-Jakob-Park holen sich Bumann und das Wirtepaar Ott Tipps von zwei prominenten Foodtruck-Betreibern. Es sind dies Pascal Schmutz, ein preisgekrönter Spitzenkoch und früherer Schüler Bumanns, und der Baselbieter Popmusiker Baschi. Zusammen tourten sie diesen Winter mit ihrer fahrbaren Theke durch die Schweiz.

Erfolglose Krisen-Intervention

Fast schon kitschig wirkt eine der letzten Szenen: Eine junge Frau bestellt an der Herbstmesse ein Rindshaggfleisch-Kiechli, formt die Finger zu einem O und sagt: «Sehr fein.»

«Bumann, der Restauranttester» feiert mit der neusten Staffel das Zehn-Jahre-Jubiläum. Vier Mal ist das 3+- Fernsehteam bisher im Baselbiet und in Basel-Stadt zu Besuch gewesen.

Erfolglos blieb Bumanns Krisen-Intervention beim Bistro Dö in Liestal. Nur wenige Monate nach Bumanns Visite im Juli 2015 musste der Gastro-Betrieb Konkurs anmelden.

Drei Basler Foodtrucks

Besser lief es mit den Jungunternehmern Bojan Hofmann und Manuel Eberle von Meat & Greet. Hier war Bumann sogar zweimal, 2016 und 2017. Meat & Greet rentiert und wird immer grösser. Neuerdings steht einer der drei Basler Foodtrucks einmal in der Woche gar bei der ETH in Zürich.

Bei den beiden Jung-Chefs hat Bumann einen guten Eindruck hinterlassen. «Es war eine sehr coole Erfahrung», sagt Eberle zur BaZ. Gelernt hätten sie etwa, dass sich mit Herzblut alleine noch kein Erfolg einstellt – «das Geschäft muss auch wirtschaftlich sein». So könne es Sinn machen, bestimmte Prozesse auszulagern.

Dem Rat des Experten folgend, produzieren Hofmann und Eberle ihre Burger nun nicht mehr selber, sondern lassen sie von einem Metzger fertigen. Das Rezept ist aber nach wie vor das eigene.

«Nimmt kein Blatt vor den Mund»

Konstruiert – das könnte man denken, wenn man sich Bumann am Fernsehen anschaut. Eberle widerspricht: Es gebe kein Drehbuch und die Sendung sei «sehr authentisch». Auch Bumann selber sei so, wie man ihn aus der Sendung kennt: «Selbst wenn die Kamera aus ist, ist er sehr direkt und nimmt kein Blatt vor den Mund.» Eberles Fazit: «Ich würde jedem, der die Gelegenheit dazu hat, empfehlen, mit Bumann zusammenzuarbeiten.»

Mit einem Lachen reagiert Daniela Petrovic, die Tochter des Wirtepaars vom Restaurant Buschweilerhof in Basel, auf die Anfrage der BaZ: «Bumann war sehr lustig. Überhaupt war das ganze TV-Team sehr nett.» Im Falle des Klubrestaurants des FC Black Stars habe Bumanns Besuch im Jahr 2018 aber «nicht so viel gebracht». Petrovic: «Wir hatten leider zu wenig Zeit für ihn. Es war Saisonabschluss und darum Hochbetrieb.»

Und was sagt das rüstige Foodtruck-Paar Ott? Markus wirkt am Ende der Sendung etwas skeptisch. Doch Trudi ist begeistert: «Es war wunderbar.»

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