Doch kein islamisches Internat?

Binningen

Für das umstrittene Kulturzentrum ist ein revidiertes Baugesuch bei der Gemeinde eingegangen.

Der Verband Islamischer Kulturzentren will auf das umstrittene Internat in Binningen verzichten. Im Bild: Die Eingangstüre des VIKZ in Zürich.

Der Verband Islamischer Kulturzentren will auf das umstrittene Internat in Binningen verzichten. Im Bild: Die Eingangstüre des VIKZ in Zürich.

(Bild: Keystone)

Der Protest war gross, als Ende 2018 bekannt wurde, dass an der Baslerstrasse in Binningen ein Islamisches Kulturzentrum mit zwei Gebetsräumen und einem Internat für 20 Buben entstehen soll. Vor allem dass gemäss dem Baugesuch Mädchen und Buben in der Moschee schon ab fünf Jahren getrennt werden, sorgte für viel Unmut. Geplant war wegen der Geschlechtertrennung, dass Räume, Treppen und die Zugänge doppelt errichtet werden.

Es kursierten danach Befürchtungen, dass im Zentrum fundamentalistische Normen vermittelt werden. Das Thema bewegte auch die Politik. Politiker von FDP und CVP reichten im Landrat Interpellationen ein. Pascal Ryf (CVP) fragte die Baselbieter Regierung unter anderem, ob sie «ein Internat für muslimische Kinder nicht als Widerspruch zu den Integrationsbemühungen des Kantons» erachte. Die Urheber des islamischen Kulturzentrums selbst sprachen von einem «Missverständnis».

Verzicht auf islamisches Internat

Nun hat der Verband Islamischer Kulturzentren (VIKZ) offenbar seine Pläne geändert. Er hat ein neues Baugesuch eingereicht, wie «Prime News» berichtete. Die Gemeinde Binningen bestätigte gegenüber dem Basler Onlineportal, dass «bereinigte Pläne» eingegangen seien. Der VIKZ will auf das vorgesehene Internat für muslimische Jugendliche vorerst verzichten. Die nicht benötigten Räume sollen an Dritte weitervermietet werden. «Prime News» bezieht sich dabei auf «mehrere gut unterrichtete Quellen».

Die Gemeinde nimmt zur neuen Situation keine Stellung. Im neuen Baugesuch seien keine «publikationswürdigen Änderungen» enthalten seien. Deshalb habe der Kanton auf eine Publikation zu verzichten. Einsicht erhalten daher nur die Rekursparteien. Eine davon ist der Gemeinderat Binningen. Ob dieser an der Einsprache festhält, sei noch offen.

amu

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