Die HGK feiert den neuen Dreispitz-Campus

Die «Transformation» des Zollfreilagers: Die Hochschule für Gestaltung und Kunst (HGK) ist am Donnerstag offiziell eingeweiht worden.

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Daniel Wahl

Roter Teppich und grosse Blumentöpfe vor dem silbernen Kleinturm der Hochschule für Gestaltung und Kunst (HGK), Männer im Anzug sowie zahlreiche Reden: Am Donnerstag weihte die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) ihren neuen Campus auf dem Dreispitz ein – über einen Monat nach Bezug und Inbetrieb­setzung. Es war jedenfalls der Zeitpunkt für Lobreden nach Fertigstellung des 121-Millionen-Franken-Projekts mit seinen drei Teilen: dem Turm, dem zurückhaltend sanierten und umgebauten Zollfreilager (man sprach von Transformation) sowie dem grosszügig angelegten Begegnungsraum (Pausenhof).

Der Basler Erziehungsdirektor Chris­toph Eymann sprach in seiner Laudatio von «ungewöhnlicher Komplexität» bei diesem Projekt und von «gegenseitiger Befruchtung» der fünf Projektpartner, HGK-Schuldirektorin Kirsten Langkilde von einem Gebäude, das «ein progressives Modell mit interdisziplinärer und medialer Denkweise» zulasse, und FHNW-Direktor Crispino Bergamaschi strahlte wie ein Maikäfer: «Einfach ein erfreulicher Tag.» Worauf man sich an der Einweihung gegenseitig mit dem Bildband «Campus Dreispitz» be­schenk­te, den die Christoph Merian Stiftung (CMS) als Grundeigentümerin und Baurechtsgeberin drucken liess.

Umfangreicher Wunschkatalog

In der Tat gab es bei der Entwicklung dieses Projekts Ungewöhnliches. Etwa, dass die Schule als Mieterin bis in die Details bei der Gestaltung des Baus mitsprechen und Wünsche anbringen durfte. Es dürfte, wie Eymann und Langkilde betonten, zu «progressiven Ergebnissen» geführt haben. Dass in der Projektphase die Schulleitung mehrfach wechselte und Wünsche immer wieder änderte, führte aber unter anderem auch zu kuriosen Resultaten wie weisse schmutzanfällige Böden und zugekleisterte Sichtbetonwände (die BaZ berichtete).

Allerdings war Thomas Blanckarts, Leiter des Basler Hochbauamts, stolz, dass dennoch Übergabetermin und Kostenrahmen eingehalten werden konnten. Der grosse Abschreiber von mehreren Millionen Franken hat nämlich der Generalunternehmer Anliker aus der Innerschweiz hinnehmen müssen. Vom Hin und Her mit dem Wunschkatalog war auch die CMS betroffen, wie Direktor Beat von Wartburg einräumt. Aber jetzt stehe ein eindrücklicher Bau auf ihrem Grund – eine Schule, die die Sogwirkung ins Dreispitz-Areal bereits entfaltet hat. Das spürt von Wartburg: «Wir haben ungewöhnlich viele Anfragen aus der Wirtschaft, die sich im attraktiven Umfeld der Schule ansiedeln wollen.»

HGK bei Studenten hoch im Kurs

Für Kirsten Langkilde ist es ohnehin wichtig, dass Kunst und Gestaltung einen «Mehrwert für die gesellschaftliche Entwicklung» bringen. Sie führte dies an einem Beispiel aus: Man untersuchte im Rahmen eines Forschungsprojekts das Essverhalten, was schliesslich in Kooperation mit dem der Prozellanfabrik Langenthal AG zu einem neuen Produkt führte, das für Staunen an den Essmessen sorgen sollte.

Das Jahresbudget der FHNW beträgt 450 Millionen Franken für die neun Schulen in den vier Kantonen Solothurn, Aargau, Baselland und Basel. Die HGK beanspruche gut einen Zehntel des Budgets, sagte Direktor Bergamaschi. Weil die HGK in der ganzen Schweiz beliebt, ja sogar erste Wahl unter Kunststudenten sei, habe man aussergewöhnlich viele Schüler aus anderen Kantonen.

Basler Zeitung

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