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Die Brunnen sind versiegt

Wegen veränderter Wasserläufe fürchten die Anwohner in Brislach eine Unterspülung ihrer Häuser. Nun wollen sie klären, wer für allfällige Schäden verantwortlich ist.

Gemeinderat Daniel Krebs sitzt auf dem Rand eines versiegten Brunnens: Das Wasser im Untergrund bereitet den Anwohnern Sorgen.
Gemeinderat Daniel Krebs sitzt auf dem Rand eines versiegten Brunnens: Das Wasser im Untergrund bereitet den Anwohnern Sorgen.
Pino Covino

Eigentlich organisiert die IG Holzgasse alle zwei Jahre ein Quartierfest in Brislach. Alles ist dann in Aufruhr im Zipfel, wie die Holzgasse nach alter Väter Sitte genannt wird. Der Erfolg ist riesig, und die Teilnehmerzahlen liegen bei knapp 100 Prozent. Dann wurde ein paar Häuser weiter 100 Meter tief in die Erde gebohrt, um die Erdwärme anzuzapfen. Drei Stunden später versiegten die drei Brunnen im Zipfel (die BaZ berichtete).

Das war Ende Februar. Seither geht das Wasser eigene Wege. Welche genau, weiss niemand. Sogar einen Wasserschmöcker hat man hinzugezogen, um den Wasserfluss mithilfe einer Wünschelrute aufzuspüren. Also hat die IG ihren eigentlichen Daseinszweck in den Hintergrund gerückt und kämpft nun dafür, dass die betreffenden Brunnen möglichst bald wieder Wasser führen.

Absenkungen von Häusern befürchtet

Innerhalb von fünf Tagen hat sie 403 Unterschriften gesammelt – bei 1160 Stimmberechtigen in Brislach. Wäre man weiter aktiv gewesen, wären noch wesentlich mehr zusammengekommen, ist Stephan Konrad überzeugt. Er ist einer der fünf Initianten der IG Holzgasse. Ihm geht es nicht nur darum, die Brunnen wieder zum Laufen zu bringen, obschon diese für ihn einen grossen kulturellen Wert ­haben. Er ist sich vor allem der Gefahr ­bewusst, die das versickernde Wasser für die umliegenden Häuser darstellen kann. «Niemand will den Teufel an die Wand malen», sagt Konrad, «aber ­Wasser nimmt stets den Weg des ­geringsten Widerstandes, weshalb Absenkungen von Häusern nicht ausgeschlossen sind.» Derartige Schäden gehen schnell ins Geld.

Die Anwohner rechnen keineswegs mit dem GAU. Falls aber tatsächlich Schäden auftreten sollten, wollen sie die Frage der Verantwortung geklärt haben. Und dort liegt der Hund begraben. Ein Schreiben ans Amt für Umwelt und Energie (AUE) habe nichts gebracht, erzählt Konrad. Und auf einen Brief an Baudirektorin Sabine Pegoraro erhielten die Anwohner zur Antwort, dass der Kanton jegliche Verantwortung von sich weise. Der Kanton, moniert die IG, stelle zwar Bewilligungen aus, zöge sich dann aber aus der Verantwortung.

Also gelangten die Initianten an den Gemeinderat. Doch auch dieser weise die Schuld zurück. Und der Architekt sowie die Bohrfirma stützen sich auf die vom Kanton ausgestellte Bewilligung. Bleibt also der Liegenschaftseigentümer, «und das kann es nicht sein», sagt Konrad.

AUE sieht eher keine Gefahr

Anders sieht das die Gemeinde. «Es ist uns ein Anliegen, dass wir unsere Brunnen wieder zum Laufen bringen. Nur können wir nicht einfach den Hahnen aufdrehen», sagt Gemeindepräsidentin Doris Scheunemann. «Leider ist das nicht so einfach, und ich verstehe die Ungeduld.» Man stehe mit dem Kanton in Kontakt, um abzusprechen, wer den Lead übernehme.

Das Gefahrenpotenzial für die ­umliegenden Gebäude, das vom Wasser ausgeht, ist kaum bezifferbar. «Die Frage ist, wohin dieses fliesst, und bis jetzt deutet alles darauf hin, dass es in tiefere Schichten abfliesst, wodurch eher keine Gefahr bestehen würde», sagt Adrian Auckenthaler, Leiter ­Ressort Wasser und Geologie beim AUE. «Das weitere Vorgehen besprechen wir nun mit der Gemeinde», sagt Auckenthaler.

Am 25. Juni ist Gemeindeversammlung in Brislach. Die IG Holzgasse wird dort mobilmachen, um den Druck auf die Behörden zu erhöhen.

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