Das Hallenbad zum Leben erweckt

Breitenbach

Fotografie Stephanie Meiers neustes Projekt «lights of the night» zeigt das Breitenbacher Bad mal in einem anderem Licht: bei Nacht.

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Es war Zufall, dass Stephanie Meier eines Abends nach getaner Arbeit am Hallenbad in Breitenbach vorbeispazierte. Zufall war es auch, dass der Bademeister ausgerechnet an diesem Abend die Lichter noch nicht gelöscht hatte. Das hell beleuchtete Bad erstrahlte in einer einzigartigen Mystik.

Für die in Bärschwil aufgewachsene und mittlerweile in Nenzlingen wohnhafte Fotografin war es ein Spektakel, das sie sofort in seinen Bann zog. Ausgerüstet mit ihrer Kamera, trat sie am folgenden Abend erneut den Weg zum Hallenbad an, um die aufregenden Lichtverhältnisse fotografisch festzuhalten. Es ­folgte ein halbes Jahr, in dem sich das Hallenbad für die 36-jährige Baselbieterin mehrmals pro ­Woche in einen Spielplatz verwandelte.

Entstanden ist ihr aktuelles Projekt «lights of the night». Darin rückt sie die versteckte Schönheit des am helllichten Tag kaum beachteten Hallenbades in den Vordergrund. Der im Tageslicht weisse Plattenboden bekommt durch die Beleuchtung in der Nacht eine schimmrig blaue Farbe, in dem sich leuchtend die goldgelben Lichter des Garderobenvorhangs spiegeln.

Jedes Bild eine Geschichte

Die Serie umfasst genauso zentrierte und exakte Architekturaufnahmen des Hallenbades von aussen wie spielerische Nah­aufnahmen vom Boden oder der Decke. Mal mit und mal ohne Tiefenschärfe setzt Meier alles um, was sie in der Schule für ­Gestaltung in Basel gelernt hat. Mit viel Geduld und Liebe zumDetail ­erschafft sie so nicht erahnbare Kompositionen von Oberflächenstrukturen und Licht­verhältnissen, die am heiterhellen Tagjeweils verborgen geblieben wären.

«Manchmal muss man etwas Tempo aus dem Leben nehmen, denn nur so sieht man die ­schönen Dinge», meint Meier. Sie kritisiert die gesellschaftliche Beschleunigung, die nicht zuletzt auch dem Smartphone und der damit zusammenhängenden Reizüberflutung geschuldet sei.

Ihr fotografisches Portfolio weist eine Vielseitigkeit auf, welche auch das Leben der gelernten Kindergärtnerin prägt. Ihr erstes Projekt, das sie «fotoakustische Lachsammlung» nennt, zeigt ­lachende Menschen in fort­geschrittenem Alter, begleitet von einer Audioaufnahme des Gelächters. «Jedes Bild erzählt eine Geschichte. Man sieht das ganze Leben in diesen Gesichtern», sagt sie.

«Schau in die Welt» ist die zentrale Botschaft sämtlicher Bilder von Stephanie Meier. Ob diese Botschaft beim Publikum ankommt, weiss sie nicht. Sie glaubt nicht, dass ein Fotograf überhaupt beeinflussen kann, was der Betrachter empfindet, und hält lächelnd fest: «Wenn meine Bilder Emotionen an­regen, bin ich zufrieden.»

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