Zum Hauptinhalt springen

Chemiemülldeponie wird gelöchert

In Muttenz starten umfassende Untersuchungen für die Sanierung der alten Deponie Feldreben. Zu diesem Zwecke sollen bis Mitte September 42 Bohrungen durchgeführt werden.

Unter dem Feldrebenareal in Muttenz verbirgt sich eine Chemiemülldeponie.
Unter dem Feldrebenareal in Muttenz verbirgt sich eine Chemiemülldeponie.
André Muelhaupt

Die Bohrungen sollen bis in 10 bis 100 Meter Tiefe getrieben werden und bis Mitte September dauern. Danach folgen Analysen und weitere Untersuchungsschritte. In der zweiten Jahreshälfte 2010 soll zudem ein Generalplaner für das Projekt bestimmt werden, wie es an einer Medienkonferenz der BUD hiess.

Bis Jahresende will das Bundesamt für Umwelt (Bafu) Varianten für die Sanierung auf dem Tisch haben. Im Detail werde das Sanierungsprojekt dann bis Ende 2011 ausgearbeitet, danach würde im Kanton das Genehmigungsverfahren erfolgen. Die Sanierung selbst ist ab Anfang 2012 vorgesehen, wie Baudirektor Jörg Krähenbühl sagte.

Die Kosten der Untersuchungen dürften 1,7 Millionen Franken betragen. Der Bund zahlt daran 0,7 Millionen Franken (40 Prozent). Über die weitere Kostenverteilung unter den Beteiligten stehe eine Einigung «unmittelbar bevor», sagte zudem Alberto Isenburg, Leiter des Baselbieter Amts für Umweltschutz und Energie (AUE).

Die entsprechenden Gespräche wurden bisher an «Runden Tischen» vom Kanton, der Gemeinde Muttenz, den Chemiefirmen Novartis, Syngenta und Ciba/BASF sowie betroffenen Grundeigentümern geführt. Diese bilden für das Sanierungsprojekt nun auch die «Technische Begleitgruppe Feldreben»; zudem werden Experten beigezogen.

Kanton hat Hauptparzelle gekauft

Chemie und Gemeinde sind als frühere Abfalllieferer mit dabei. Eigentümer der grössten Parzelle und damit realleistungspflichtig ist mittlerweile der Kanton: Er hat die Parzelle 2009 von Privaten und Firmen übernommen. Über den Preis, der die Sanierungspflicht einbeziehe, sei aber Stillschweigen vereinbart worden.

Ungeachtet der Arbeiten befinden die Stimmberechtigten des Kantons am 13. Juni über eine Initiative der Grünen: Sie will die Sanierung der Feldreben-Deponie und zweier weiterer Deponien in Muttenz samt Kostenübernahme durch die Chemie. Der Gegenvorschlag des Landrats entspricht derweil etwa dem bisherigen Vorgehen der Regierung.

Die Feldreben-Deponie beim geplanten Fachhochschulcampus und unweit des Trinkwassergewinnungsgebiets Hard war einst eine Kiesgrube. Von 1930 bis 1967 wurden darin Abfälle von Gemeinde, Gewerbe und Industrie abgelagert. Die Menge wird auf 600'000 bis 650'000 Kubikmeter mit einer Mächtigkeit von 10 bis 15 Meter geschätzt.

SDA/alx

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch