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Carlos kehrt nicht mehr nach Reinach zurück

Der unter dem Pseudonym Carlos bekannte Jugenstraftäter wird Ende dieser Woche wieder in ein offenes Sondersettig kommen oder freigelassen werden. Nach Reinach kommt er aber nicht zurück.

Wird nicht mehr nach Reinach zurückkehren: Der Medienrummel um Carlos würde keine vernünftige Arbeit mehr ermöglichen.
Wird nicht mehr nach Reinach zurückkehren: Der Medienrummel um Carlos würde keine vernünftige Arbeit mehr ermöglichen.
Keystone

Der schweizweit bekannte Jugendstraftäter Carlos wird nicht mehr in sein altes Kampfsport-Setting in Reinach zurückkehren. Dies bestätigte gegenüber der BaZ ein Mitglied der Familie Beqiri, die das Superpro Sportcenter in Reinach betreiben, wo Carlos mehrere Monate lang trainiert hat und in dem es am Montag zu einer wüsten Massenschlägerei mit diversen Verletzten kam.

Aufgrund des Medienrummels um den heute 18-Jährigen sei eine vernünftige Arbeit nicht mehr möglich, bedauern die Beqiris. Für sie war die Arbeit mit Carlos auf einem guten Weg, bevor der Dokumentarfilm des Schweizer Fernsehens ausgestrahlt wurde. Carlos war zuvor immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten und erfolglos in verschiedenen Institutionen untergebracht.

Freilassung oder offenes Sondersetting

Erst eine 1:1-Betreuung rund um die Uhr – ein sogenanntes Sondersetting – bewirkte Verhaltensänderungen. In der Öffentlichkeit stiess diese Massnahme allerdings auf Empörung: Mit einer Betreuerin wohnte Carlos in einer grosszügigen Wohnung in Reinach und besuchte täglich das Thaibox-Training bei Beqiri. Die Kosten pro Monat beliefen sich für den Staat auf über 29'000 Franken.

Der öffentliche Druck wurde gross, bis der junge Mann im vergangenen August in Zürich auf offener Strasse festgenommen und ins Gefängnis Limmattal eingewiesen wurde – zu seinem eigenen Schutz, wie damals begründet wurde. Nun aber hat das Bundesgericht soeben eine Beschwerde gegen die geschlossene Unterbringung gutgeheissen. Die «verfassungsmässigen Rechte» von Carlos seien damit verletzt worden. Der Jugendliche muss nun bis Ende Woche wieder in ein offenes Sondersetting kommen oder freigelassen werden.

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