Bierstände säumen den Wanderweg

Lausen

Nach dem letzten Lausner Dorffest blieb viel Bier in den Fässern zurück. Da entstand die Idee für die Baselbieter Bierwanderung.

Auf der sechs Kilometer langen Route hat es sechs Bierstände und 14 verschiedene Sorten.

Auf der sechs Kilometer langen Route hat es sechs Bierstände und 14 verschiedene Sorten.

(Bild: Nicole Pont)

Am Samstag um zehn Uhr zuoberst am Rainweg in Lausen. Angelina und Rolf Recher stehen hinter einem Zapfhahn, aus dem ARA fliesst, ein naturtrübes Spezialbier mit 13 Prozent Stammwürze. Der Gerstensaft kommt von der «Ruecherei», einer Brauerei in Bubendorf. «Wir möchten lokale Brauereien unterstützen», sagt Angelina Recher, die mit ihrem Mann beim Verein Die Bierfreunde aus Lausen mithilft.

Bald gibt es Arbeit für Angelina und Rolf Recher. Kurz nach zehn Uhr treffen die ersten Bierwanderer ein. Der steile Weg vom Bahnhof zum ersten Bierstand hat offensichtlich durstig gemacht. Man prostet sich zu und trinkt das ARA in grossen Schlucken. «Noch einmal voll machen, bitte», meint ein junger Biertrinker. Zwei 20-Liter-Fässer liegen unter dem Zapfhahn bereit, wie Rolf Recher schmunzelnd erklärt. «Aber wir haben noch genügend Reserven.»

Die Idee für die erste Baselbieter Bierwanderung entstand am letzten Dorffest von Lausen, im August 2018, als das Wetter zwar schön, aber nicht so durstig war und reichlich Bier in den Fässern übrig blieb. «Bevor es verdirbt, wollten wir es noch ausschenken», sagte Niklaus Niederhauser von der Firma Chuchichäschtli.ch aus Brunnen (SZ), die den Anlass organisiert hat.

Sechs-Kilometer-Route

Bald sind weitere Bierwanderer auf der rund sechs Kilometer langen Route zu sichten. Der ausgeschilderte Weg führt wieder hinunter zur Bahnlinie und auf der anderen Seite hoch zum Schützenhaus, wo gerade scharf geschossen wird. Danach geht die Bierwanderung oberhalb des Dorfrandes weiter bis zum Ziel bei der Mehrzweckhalle.

Auf der Route hat es insgesamt sechs Bierstände. Die Besucherinnen und Besucher geniessen – neben dem erwähnten ARA – weitere regionale Gerstensäfte der Blauen Ente aus Muttenz, der Brau Bandi aus Therwil, der Brauerei NordSud aus Rheinfelden und von den Beer Guerrillas aus Pratteln. Dazu kommt die Gastbrauerei Bartis aus dem Unterwallis.

Während viele Bierwanderer noch unterwegs sind, warten unten am Bahnhof weitere auf den Startschuss – einige von ihnen trinken sich bereits mit Quöllfrisch in Stimmung. Auf der Bierwanderung können sie noch bis zu 14 Biere degustieren. Neben Verpflegung und einem Bierglas sind im Fixpreis an jedem der sechs Stände zweimal 1,5 Deziliter Bier inbegriffen – gegen Aufpreis gibt es natürlich mehr zu trinken. Und zur Abrundung wird am Ziel noch ein Glas des Lieblingsbiers serviert.

Alle sind ins Ziel gekommen

Insgesamt 160 Bierfreundinnen und Bierfreunde haben trotz Kälte, Regen und Schnee die Bierwanderung rund um Lausen absolviert. «Wir sind zufrieden, alle sind ins Ziel gekommen», sagt Organisator Niederhauser. Man ist trotz Alkohol diszipliniert, das Degustationserlebnis steht offenbar im Vordergrund.

Eine Begleitung mit einem Superpuma, der über den Bierwanderern fliegt, wie beim Harassenlauf in Münchenstein, braucht es nicht. Diese Bier- und Saufstrecke entlang der Birs wurde nach Exzessen und nach der 16. Durchführung im April 2010 mit einem Alkoholverbot belegt. Eine Bussenandrohung von 500 Franken sorgte für das Aus.

Ganz anderes nun die Pläne in der Region. Die erste Baselbieter Bierwanderung habe als Testlauf gedient; weitere Anlässe dieser Art seien geplant. «Im Oktober wird es eine Bierwanderung im Fricktal geben», kündigte Niederhauser an. Zuvor treffen sich die Fans der regionalen Biere aber am Baselbieter Biermarkt, der am 21. Juni in Liestal über die Bühne geht. Es ist anzunehmen, dass Rolf und Angelina Recher dort ebenfalls hinter dem Zapfhahn stehen.

Basler Zeitung

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