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Besetzer nehmen Allschwiler Schiessstand ein

Am Freitag haben mehrere Dutzend Aktivisten das leerstehnde Gebäude des Allschwiler Schiessstandes zur «Belebung» erobert. Bei einem Augenschein am Nachmittag war die Stimmung friedlich – trotz Polizeipräsenz.

Soll wiederbelebt werden: Der Allschwiler Schiessstand ist seit Freitagnachmittag in der Hand von Besetzern.
Soll wiederbelebt werden: Der Allschwiler Schiessstand ist seit Freitagnachmittag in der Hand von Besetzern.
Jonas Hoskyn

Am Freitagnachmittag ist wieder Leben eingekehrt im ehemaligen Schiessstand beim Allschwilerweiher. Aktivisten, offenbar aus dem linksautonomen Umfeld, haben das Gebäude besetzt und damit begonnen, sich häuslich einzurichten. «Jawohl! Wir stellen hier die Eigentumsfrage!», steht auf dem farbenfrohen Transparent an der Hausfassade.

In einem Bekennerschreiben heisst es: «Wir entziehen den seit Jahren ungenutzten Schiessplatz in Allschwil der Willkür beider Basel und beleben ihn nach unseren Vorstellungen. Bevor ihn die SpekulantInnen der Immobas auf Vorrat abreissen und damit ein Areal voller Möglichkeiten zerstören können.»

Polizei betrachtet die Sache gelassen

Der Allschwiler Schiessstand sei ein schöner Ort und man wolle nicht, dass dieses Gebäude abgerissen wird, sagte einer der Besetzter am Freitagnachmittag gegenüber der BaZ. Es bestehe kein direkter Zusammenhang zu den Aktivisten aus der abgebrannten Villa Rosenau oder zu den Besetzern der Ex-Esso-Parzelle auf dem Klybeckquai.

Bei den Besetzern handelt es sich vor allem um Jugendliche und junge Erwachsene, einige haben ihre Kinder mitgebracht. Wer auf der Suche nach einem solidarischen, möglichst geldfreien Zusammenleben, sei herzlich eingeladen, diesen neuen Freiraum zu teilen, wie es im Communiqué der Aktivisten weiter heisst. Gemäss einem Schreiben an die Anwohner, planen die Freiraum-Aktivisten auf dem ausgedienten Schiessstand-Areal unter anderem Wohnungen, Werkstätten, Ateliers und Spielplätze.

Wie der Baselbieter Polizeisprecher Meinrad Stöcklin auf Anfrage sagt, befinden sich mehrere Dutzend Menschen auf dem Areal. Die Polizei ist vor Ort, hält sich aber im Hintergrund. «Wir halten den Ball flach und betrachten die Sache gelassen», meint Stöcklin. Bis jetzt habe die Polizei keine strafbare Handlung festgestellt – abgesehen vom Hausfriedensbruch. Aber das sei ein Antragsdelikt. Solange also der Kanton Basel-Stadt, in dessen Besitz sich die Allschwiler Landparzelle befindet, nicht Anzeige erstattet und die Situation sich nicht verschärft, besteht für die Polizei kein Handlungsbedarf.

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