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Beim Sutter-Haus sollen Kinder spielen

Der Binninger Gemeinderat weiss, dass ein Kinderspielplatz im Holee-Quartier fehlt. Die zuständige Gemeinderätin Agathe Schuler bezweifelt aber, dass der Garten des denkmalgeschützten Sutter-Hauses für die Kinder der geeignete Platz zum Spielen wäre.

Das Sutter-Haus am Holeerain in Binningen soll an einen Privaten verkauft werden. Dieser will das Haus sanieren und auf einem Teil des Umschwungs einen Neubau hinstellen. Dieses Projekt hat jetzt die Bewohnerinnen und Bewohner des Holee-Quartiers auf den Plan gerufen. Gestern haben sie auf der Gemeindeverwaltung eine Petition mit über 400 Unterschriften eingereicht. Die Leute aus der unmittelbaren Nachbarschaft des Sutter-Hauses möchten, dass der Garten des Hauses als öffentlicher Kinderspielplatz zur Verfügung gestellt wird. Das Holeequartier sei dicht besiedelt, zahlreiche Familien mit Kindern würden dort leben, argumentieren die Petenten. Seit langer Zeit fehle ein Kinderspielplatz. Die Jugendlichen würden sich deshalb oft auf den Strassen aufhalten. Mitten im Quartier liege ein wunderschöner Garten, jener des Sutter-Hauses. Obwohl er der Gemeinde gehöre, gebe es aber keinen öffentlichen Zugang zum Garten.

Grüne Lunge

GRüNE LUNGE. Das Problem ist nur, dass die Gemeinde keine Verwendung für das Haus hat und es verkaufen möchte. Ein Investor wäre gefunden, er hat auch schon ein Baugesuch eingereicht. Dagegen aber hat die kantonale Denkmalschutzkommission Einsprache erhoben, auch mit Begründung, der Garten werde zu wenig geschützt. Die Einsprache ist noch hängig in Liestal. «Würde das Bauprojekt wie geplant realisiert, wäre das ein grosser Verlust, sowohl für das Quartier wie für das Bauernhaus selbst», halten die Petenten fest. «Die ?grüne Lunge? im Holee mit dem schönen Baumbestand würde verschwinden!»

Keine Verwendung

Der Gemeinderat wird jetzt gebeten, sich dafür einzusetzen, dass der Garten des Sutter-Hauses nicht überbaut wird und für öffentliche Zwecke (Spielplatz, Begegnungsort) verwendet werden kann. Dies umso mehr, als die Grünanlage hinter der Bauverwaltung voraussichtlich dem neuen Alterszentrum weichen müsse. Gleichzeitig wird der Gemeinderat gebeten, das Sutter-Haus vor dem Verfall zu schützen und als Charaktergebäude im Quartier sowie als einer der letzten Bauernhöfe im Dorf zu erhalten.

Der Gemeinderat sei sich durchaus im Klaren, dass ein Kinderspielplatz im Holee-Quartier fehle, sagt die zuständige Gemeinderätin Agathe Schuler. Der Gemeinderat aber habe sich noch nicht mit der Petition auseinandergesetzt. Persönlich glaube sie aber, dass der Mangel an einem Spielplatz beim Sutter-Haus kaum behoben werden könne. Denn der Gemeinderat habe sich dazu entschieden, das Haus zu verkaufen, nachdem sich gezeigt habe, dass die Gemeinde keine Verwendung dafür habe.

Viel zu teuer

In der Vergangenheit sei geprüft worden, ob das Sutter-Haus für einen Kindergarten oder für eine Dépendance des Ortsmuseums geeignet wäre. Alle Pläne aber hätten sich zerschlagen, sagt Schuler. Das Haus unter diesen Voraussetzungen zu übernehmen, wäre viel zu teuer. Die Gemeinderätin hofft, mit dem Quartierplan für die Überbauung beim Dorenbachkreisel etwas für die Bewohner des Holee-Quartiers tun zu können. «Aber das kann dauern. »

GARTEN OHNE ZUGANG. Der Gemeinderat will das Sutter-Haus verkaufen, in der Umgebung will ein Investor einen Neubau realisieren.

Foto Sandro Fiechter

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