Sparpaket: Schwimmclub vor dem Aus

Birsfelden

Mit der Schwimmhalle die Birsfelden wegsparen will, hätte der Schwimmclub keine Trainingsmöglichkeiten mehr und würde gar in seiner Existenz bedroht.

Bald trocken? Der SC Birsfelden feiert dieses Jahr den 50. Geburtstag – es könnte der letzte sein.

Bald trocken? Der SC Birsfelden feiert dieses Jahr den 50. Geburtstag – es könnte der letzte sein.

Joël Hoffmann

Der Gemeinderat gedenkt dem Schwimmclub Birsfelden ein zweifelhaftes Jubiläumspräsent zu über­reichen. In ihrem Sparpaket sieht die Gemeinde die Schliessung des Hallenbades vor. Für den Schwimmclub Birsfelden, der in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert, würde die Sparmassnahme das Ende seiner Existenz bedeuten.

300'000 von total 4,2 Millionen Franken soll die Trockenlegung der Schwimmhalle zur Sanierung der Gemeindefinanzen beitragen. Kommt es zur Schliessung, müssten die rund 200 Vereinsmitglieder in der Kraftwerkschleuse trainieren, sagt Vereinspräsident Remo Roditscheff ironisch. Dass dies die Probleme des Schwimmclubs nicht lösen würde, dessen ist er sich bewusst. Doch es wäre nicht das erste Mal, dass die Schwimmer in die Kraftwerkschleuse springen.

Zweiter Anlauf für Schliessung

Bereits vor zwei Jahren gingen Roditscheff und seine Schwimmer in der Schleuse baden. Schon damals stand ihnen das Wasser bis zum Hals: Der Gemeinderat wollte das Hallenbad schliessen. Der Schwimmclub demonstrierte dagegen – mit dem Schwumm in der Schleuse. Und wie kürzlich in Binningen – auch dessen Gemeinderat will das Hallenbad wegsparen – demonstrierte der Schwimmclub Birsfelden damals vor der Gemeindeverwaltung.

Die Aktionen des Schwimmclubs vor zwei Jahren hatten Erfolg. Die Bevölkerung hatte sich mit den Schwimmern solidarisiert. Die entscheidende Gemeindeversammlung in Birsfelden war so gut besucht wie selten. Etwa 500 Personen seien, gemäss Rodit­scheff, an der Gemeindeversammlung erschienen. Das Resultat: Das Hallenbad blieb erhalten, wurde saniert – der Schwimmclub konnte wieder Luft schnappen. Doch jetzt taucht ihn der Gemeinderat erneut unter Wasser. Er nimmt ein weiteres Mal einen Anlauf, die eben erst sanierte Schwimmhalle zu schliessen.

Kürzlich Cheftrainer engagiert

Klar ist, dass der Betrieb der Schwimmhalle pro Kopf einiges kostet. Das betonte Gemeindepräsident Hiltmann an der letzten Gemeindeversammlung. Das weiss auch Roditscheff. Doch er befürchtet, dass der Gemeinderat hinter der Schliessung weitere Motive als Einsparungen hat. «Will der Gemeinderat auf dem Areal der Schwimmhalle Wohnungen bauen?», fragte Roditscheff an der letzten Gemeindeversammlung. Gemeindepräsident Hiltmann verneinte.

Remo Roditscheff, der seit 48 Jahren Clubmitglied ist und dessen Familie sich ebenfalls im Club engagiert, will gar nicht daran denken, dass das Ende der Halle Wirklichkeit werden könnte. Doch er sperrt sich nicht generell gegen die Sparpläne des Gemeinderates. «Wir sind bereit, unseren Beitrag zu leisten», versichert er. Angedacht sind nun Lösungen entweder mit Sponsoren oder einer Art eigenständiger Trägerschaft durch den Schwimmclub. Noch aber sind das Gedankenspiele. Ob der Schwimmclub nach seinem 50. Geburtstag wieder Oberwasser gewinnt, wird sich zeigen.

Nebenbei: Erst kürzlich hat der Schwimmclub Birsfelden mit Axel Mitbauer einen Profi-Trainer engagiert.

Basler Zeitung

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