Sorge wegen Treibjagd bei Wohngebiet

Reinach

In Reinach wurde in der Nähe eines Wohnquartiers eine Treibjagd veranstaltet. Nun fordern Anwohner einen Sicherheitsabstand.

Nicht nur im Wald. Treiber und ihre Hunde dürfen dem Wild auch in der Nähe von Wohnquartieren zu Leibe rücken.

Nicht nur im Wald. Treiber und ihre Hunde dürfen dem Wild auch in der Nähe von Wohnquartieren zu Leibe rücken.

(Bild: Keystone)

Die Reinacher Treibjagd auf dem Bruderholz war zu nah am Siedlungsgebiet und deshalb gefährlich. Das findet zumindest SP-Einwohnerrat Markus Huber. Grund ist ein Erlebnis seiner Frau. Diese war mit ihrem Hund unterwegs, als plötzlich Rehe und danach Treiber nicht weit von ihr auftauchten. «Sie war verunsichert und wusste nicht, ob sie in Deckung gehen muss», erzählt Huber.

Als Mitglied des Quartiervereins sei er von weiteren Bewohnern darauf angesprochen worden, dass in Sichtweite des Siedlungsgebietes Rehe geschossen wurden. «Ich bin nicht gegen die Jagd – sie ist erforderlich. Doch die Distanz zum Siedlungsrand war geringer als 100 Meter. Das ist gefährlich», sagt Huber.

Ganze Gemeinde ist Jagdrevier

Huber hat deshalb ein Postulat eingereicht, in dem er den Gemeinderat bittet, der Frage nach der Sicherheitsdistanz zu Wohngebietnachzugehen. Falls möglich solle die Gemeinde prüfen, ob sie Einschränkungen festlegen kann.

Sie kann nicht. Die Jagd wird kantonal und eidgenössisch geregelt. Einen festgelegten Sicherheitsabstand zu Siedlungsgebieten für organisierte Jagdveranstaltungen gibt es nicht. Im Gegenteil: «Jede Gemeinde ist ein Jagdrevier. Wenn sich eine Jagdgesellschaft darum bewirbt, muss die Gemeinde das Revier auch verpachten», sagt Ignaz Bloch, Leiter des Baselbieter Veterinär-, Jagd- und Fischereiwesens. Das Siedlungsgebiet gehört mit zum Revier. Denn manchmal müsse dort ein Fuchs oder Dachs geschossen werden.

Sicherheitsabstand 200 Meter

Einen Mindestabstand für Treibjagden hält Bloch für unnötig. Bisher habe es noch nie Probleme mit der Sicherheit gegeben. Jeder Jäger wisse, wie er sich zu verhalten habe. Kein Jäger würde in Richtung einer Person schiessen.

Markus Huber findet diese Antwort unbefriedigend. Er wolle nicht behaupten, dass die Jäger unverantwortlich handelten, doch die Sicherheit könne mit einer neuen Regelung erhöht werden. An anderen Orten sei es sehr wohl schon zu Vorfällen gekommen.

Seiner Meinung nach wäre ein Sicherheitsabstand von 200 Metern zum Siedlungsrand angebracht. Nun möchte er sich weiter schlau machen: «Eventuell werde ich danach auf kantonaler oder eidgenössischer Ebene tätig.»

Basler Zeitung

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