Polizei lobt Panikmache

Weil am Rhein (D)

Ein Grossvater holt seine Enkelin ab. Ein Passant glaubte, er sei ein Kinderschänder und alarmierte die Polizei. Diese nennt es ein «positives Beispiel von Zivilcourage».

Verdächtiges Verhalten? Ein Grossvater mit seinem Enkel (Symbolbild).

Verdächtiges Verhalten? Ein Grossvater mit seinem Enkel (Symbolbild).

(Bild: Keystone)

Ein Geschäftsmann beobachtetam Mittwoch in Weil am Rhein (D) einen älteren Mann, der ein kleines Mädchen ansprach und ihm etwas anbot. Der Mann lud das Fahrrad des Mädchens in seinen Kombi, liess das Kind einsteigen und fuhr mit ihm davon. Der Passant war besorgt. Er notierte sich das Autokennzeichen, «merkte sich Details und schaltete die Polizei ein», teilte diese am Donnerstag mit.

Die Polizei habe umgehend nach dem beschriebenen Auto gefahndet und «intensive Nachforschungen angestellt, bei denen auch Passanten und Bürger befragt wurden». Dabei seien die Beamten «zufällig auf die Mutter des Mädchens gestossen». Es habe sich dann herausgestellt, das nichts befürchtet werden musste. Der ältere Mann mit dem Auto war der Grossvater des Mädchens, der seine Enkelin wie abgemacht abholte.

Die Polizei lobt den misstrauischen Passanten in ihrer Mitteilung ausdrücklich. Sein Verhalten sei «zur Nachahmung empfohlen». Obwohl «der Fall» keinen ernstzunehmenden Hintergrund gehabt habe, sei das Verhalten des Zeugen «vorbildlich» und «ein positives Beispiel von Zivilcourage», heisst es in der Mitteilung.

Ältere Männer sind offenbar aus Prinzip verdächtig, Kinderschänder zu sein. Ist die Einschätzung der Polizei in Ordnung? Diskutieren sie mit.

amu

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