Neuer Luxusbus wird bald ausgeliefert

Pratteln

Das Prattler Reiseunternehmen Solbus macht nach dem Crash am Gotthard weiter. Firmeninhaber Beat Schoch wird bald den neuen Luxusbus in Empfang nehmen.

Spass am Reisen: Beat Schoch und seine Partnerin Karoline Lüthi.

Spass am Reisen: Beat Schoch und seine Partnerin Karoline Lüthi.

(Bild: zvg)

Alexander Müller@mueller_alex

Der 16. November 2014 war ein rabenschwarzer Tag für den Prattler Transportunternehmer Beat Schoch: Der Luxusreisebus seiner Firma SolBus wurde im Gotthardtunnel von einem entgegenkommenden Wohnmobil auf der eigenen Fahrbahn frontal gerammt. Bei der folgenden Kollision mit der Tunnelwand löste sich ein schweres Betonelement und krachte zwischen den Sitzen in den Bus. Schoch, der am Steuer des Cars sass, wurde beim Unfall der linke Fuss zertrümmert. Einer seiner Reisegäste erlitt einen Schlüsselbeinbruch und Rippenbrüche. Nur mit viel Glück und durch die Tatsache, dass alle Passagiere angeschnallt waren, kam es nicht zu gravierenderen Verletzungen.

Der luxuriöse Reisebus, der ganze Stolz des kleinen Familienunternehmens, war jedoch nicht mehr zu retten. Schnell war klar, dass die Kosten für eine 100 Prozent einwandfreie Reparatur des noch fast neuen Fahrzeugs immens hoch werden. Inzwischen hat sich die Versicherung für die wirtschaftlichere und sichere Lösung eines Neubaus entschieden und die Kosten dafür übernommen.

Im Mai wird nun die SolBus AG ihr neues «Culinaria Magnifica II» in Empfang nehmen können. Dieser Termin ist keine Selbstverständlichkeit. Normalerweise hätte das Unternehmen bis im Herbst warten müssen. Denn der Bus des belgischen Herstellers Van Hool ist kein Serienprodukt, sondern wird nach Schochs Vorstellungen angefertigt. Van Hool hatte aber für die Notsituation von SolBus ein offenes Ohr und zieht den Bau des Fahrzeugs vor. In der Zwischenzeit wurden einige Reisen mit einem gemieteten Bus durchgeführt. Viele Fahrten mussten jedoch abgesagt werden, nicht zuletzt auch, weil der Chauffeur, also Firmeninhaber Beat Schoch, noch immer krankgeschrieben ist.

Aufhören war kein Thema

Sowohl für ihn als auch für seine Partnerin Karoline Lüthi war Aufhören kein Thema. Dafür macht ihnen das Reisen zu viel Spass. Der Transportunternehmer hat in seiner langen Berufslaufbahn die meisten europäischen Länder befahren, sei es als Chauffeur einer Reisegesellschaft oder früher mit dem Lastwagen. Selbst nach Iran und in den Irak hat es ihn schon verschlagen. Heute schwärmt er von der Toskana und deren Olivenhainen und freut sich, wenn er seine schon fast familiäre Kundschaft in ein kleines und exklusives Trüffelrestaurant chauffieren kann.

Ein besonderes Highlight ist für ihn auch die kommende 17-tägige Reise ans Nordkap. Während der Bus rund 6000 Kilometer unterwegs sein wird, legen die Passagiere Teile der Strecke mit Schiffen der Hurtigruten oder verschiedenen Eisenbahnen auf besonders interessanten Abschnitten zurück. Schoch will seinen Gästen ein entspanntes und vielseitiges Erlebnis bieten, anstrengende Tagesetappen seien daher weitestgehend zu vermeiden.

Doch auch die Fahrt im Bus soll so angenehm wie möglich sein: Dafür sorgen im Oberdeck die komfortable Dreier-Bestuhlung, eine fantastische Panoramasicht mit Glasdach und ein Entertainmentsystem wie im Flugzeug. Dazu werden im Bistro im Unterdeck Esswaren vom kleinen Snack bis zur warmen Mahlzeit oder Getränke vom Tee bis zum Champagner von Karoline Lüthi serviert. Als geprüfte LKW- und Carfahrerin kann sie auch jederzeit als Zweitchauffeur eingesetzt werden.

Die Reisen mit seiner treuen Stammkundschaft seien immer sehr angenehm. «Es geht sehr entspannt zu und her», sagt Schoch. Die Kunden, darunter auch viele Alleinreisende, schätzten die familiäre Atmosphäre, die exklusiven Angebote und dass bei der Reiseplanung auf komfortable, zentral gelegene Hotels besonders geachtet werde. «Wir möchten unseren Gästen während dem Hotelaufenthalt viel Freiheit bieten und sie nicht irgendwo ausserhalb der Stadt im Hotel sitzen lassen.»

Indem sich SolBus auf Reisen im Exklusivsegment spezialisiert, könne das Unternehmen dem immer stärker werdenden Preiskampf in der Branche aus dem Weg gehen. «Mit einem Bus kann man bei den heutigen Dumpingpreisen sowieso nicht mithalten», ist Schoch überzeugt. Also hätten sie sich dazu entschieden, ein Konzept anzubieten, das Busreisen in einer ganz neuen Dimension anbiete.

Basler Zeitung

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