EBL baut Zentrum für Elektroautos

Pratteln

In Pratteln ist ein Elektromobilitäts-Zentrum inklusive Parkhaus mit 280 Ladesäulen geplant. Die Kosten für den «Swiss E-Mobility Hub» soll über Investoren gedeckt werden.

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280 Ladesäulen für Elektrofahrzeuge will die Genossenschaft Elektra Baselland (EBL) unmittelbar neben der Autobahn A2 in Pratteln BL erstellen. Die Ladestationen sind Kernstück eines geplanten Innovationszentrums für Elektromobilität, dem «Swiss E-Mobility Hub».

Untergebracht werden sollen die Ladesäulen - 60 davon sind in vollem Ausbau als Schnellladestationen konzipiert - in einem 30 Meter hohen Neubau auf dem Gebiet Salina Raurica, wie die Verantwortlichen des Baselbieter Energieunternehmens EBL am Dienstag vor den Medien in Pratteln bekannt gaben. Die Initianten sprechen von der «grössten Elektroladestation in Europa», die entstehen soll.

Es müsse Lösungen für eine Reduktion des CO2-Ausstosses geben, sagte Urs Steiner, noch bis Ende Monat CEO der EBL. Sein Unternehmen sei überzeugt, dass Elektromobilität eine dieser Lösungen sei. Doch E-Mobilität habe nur dann Zukunft, wenn die nötige Infrastruktur dafür bereit gestellt werde. Den für den «Swiss E-Mobility Hub» vorgesehenen Standort in Pratteln erachtet die EBL als «ideal». Die nahe gelegene Autobahn der Nord-Süd-Achse werde täglich von über 130'000 Fahrzeugen befahren.

Die Nutzfläche im Neubau soll rund 23'000 Quadratmeter betragen. Das Projekt werde wissenschaftlich von der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) begleitet. Neben den Ladestationen sollen im Neubau auf neun Geschossen auch Verkaufslokale von Fahrzeugherstellern, ein Atelier für Forschungsprojekte sowie Büroräumlichkeiten entstehen.

Kosten von 50 bis 70 Millionen Franken

Die Erstellungskosten schätzt die EBL auf 50 bis 70 Millionen Franken. Diese sollen über Investoren gedeckt werden. Erste Gespräche seien angelaufen, sagte der designierte EBL-CEO Tobias Andrist. Das Energieunternehmen wolle selber nicht in den Neubau investieren, jedoch später teilweise den benötigten Strom liefern. Das für das Projekt benötigte Land im Entwicklungsgebiet Salina Raurica will die EBL vom Kanton Basel-Landschaft erwerben. Über den Kaufpreis werde noch verhandelt. Nicht investieren in den Hub will der Kanton, wie Regierungsrätin Sabine Pegoraro sagte. Dies soll Privaten überlassen werden.

In den nächsten Monaten soll nun das Nutzungskonzept für den «Swiss E-Mobility Hub» konkretisiert werden, wie Andrist weiter sagte. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich Mitte 2021 beginnen. Die Eröffnung ist für 2023 geplant.

Von den längerfristig geplanten 60 Schnellladestationen sollen im ersten Schritt gemäss Steiner 12 bis 16 realisiert werden. Die 220 Parkplätze mit den normalen Ladestationen sollen auch von den in Salina Raurica künftig angesiedelten Unternehmen genutzt werden.

Energiebedarf über lokale Quellen decken

Gemäss Schätzungen soll der Energiebedarf des «Swiss E-Mobility Hub» in zehn Jahren rund 20'000 Megawattstunden pro Jahr betragen, was einem Energiebedarf von rund 5000 Haushalten entspricht. Es ist vorgesehen, diesen Bedarf vollständig mit lokalen erneuerbaren Energien zu decken.

Angedacht ist gemäss dem Energiekonzept eine Zusammenarbeit auf dem gesamten Areal. Auf dem Dach und an den Fassaden des neuen Gebäudes sollen Photovoltaik-Anlagen entstehen, ebenso weitere auf dem bestehenden Nachbargebäude von Coop. Zur Diskussion steht auch ein Solarfaltdach über den Becken der Kläranlage Pratteln.

Einbezogen werden sollen im Weiteren das Holzheizkraftwerk der EBL in Pratteln und Strom aus dem Rhein-Wasserkraftwerk in Augst. Um Spitzenzeiten zu bewältigen, soll zudem ein grosser Batteriespeicher im Untergeschoss des Gebäudes entstehen. Verwendet werden sollen dafür alte Batterien aus Elektrofahrzeugen.

amu/sda

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