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Nachbar erschiesst den Anwalt Martin Wagner

Am Sonntag kam es in der Baselbieter Gemeinde Rünenberg zu einem Tötungsdelikt. Die Polizei schliesst einen Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Opfers aus.

Grossaufgebot im Quartier. Mit rund 70 Personen standen die Blaulichtorganisationen im Einsatz.
Grossaufgebot im Quartier. Mit rund 70 Personen standen die Blaulichtorganisationen im Einsatz.
Keystone

Es war einer der Tage, die das sonnige Dorf auf den Jurahöhen wohl nicht so schnell vergessen wird. Nicht nur, weil es an einem Sonntagmorgen passierte, dazu noch an einem, der beinahe frühlingshaft war, sondern auch, weil das idyllisch gelegene Dorf Rünenberg im oberen Baselbiet doch ein Ort ist, wo niemand für möglich hält, dass hier so etwas geschieht.

Um 8.57 Uhr meldete ein Anwohner der Polizei Basel-Landschaft, dass Schüsse gefallen sind, und gab an, dass es sich um einen «Nachbarsstreit» handelte. Die Polizei schickte sofort mehrere Patrouillen, doch die ersten, die sich ins Haus am Zielweg vorwagten, waren bewaffnete Polizisten der Sondereinheit Barrakuda. Der Tatort befindet sich in einem Einfamilienhaus-Quartier, das so ruhig ist wie die Obstwiesen rund ums Dorf und die Solarpanels auf dem Dach.

Die Polizisten finden im Innern zwei Männer, wie später Einsatzleiter Bernhard Baumgartner festhalten wird. Einer ist bereits tot, der andere ringt um sein Leben. «Das erste Opfer, das die Rega und Sanität zu reanimieren versuchten, lebte noch, erlag aber noch im Haus den Verletzungen», sagt Baumgartner.

Es handelte sich dabei um den bekannten Schweizer Medienanwalt Martin Wagner, der auch für die Basler Zeitung tätig war. Bei der zweiten Person, jener, die geschossen hatte, handelte es sich «um eine Person aus der Nachbarschaft», wie Pascal Pilet von der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft sagt. Der Nachbar, ein 39-jähriger Schweizer, hatte gleich neben Wagner gewohnt. Er hatte – davon gehen die Untersuchungsbehörden zurzeit aus – das Feuer auf Wagner eröffnet. Nach der Tat hat der Familienvater sich selber gerichtet.

Keine Angaben zur Tatwaffe

Warum der Nachbar die tödlichen Schüsse abgegeben hat, darüber will die Staatsanwaltschaft nichts sagen. Zumal die Ermittlungen zum Motiv noch andauern, zumal noch nicht alle Zeugen einvernommen sind – Polizei und Staatsanwaltschaft stehen erst am Anfang der Ermittlungen.

Anwalt Wagner hatte diverse berufliche Engagements, und er hatte sich deswegen mit Fragen rund um seine persönliche Sicherheit beschäftigen müssen. Doch offenbar hat das Tötungsdelikt nichts mit seinen Geschäften zu tun. «Wir können lediglich sagen, dass die Tat nicht im Zusammenhang mit den Geschäftstätigkeiten des Anwalts steht, sondern wohl etwas mit dem privaten Umfeld zu tun hat», sagt Pilet. Mehr Details und Hintergründe wollte er aber nicht nennen. Auch die Frage, wer während der Tat im Haus war, wollten die Untersuchungsbehörden nicht beantworten. Noch unbekannt ist zudem, mit welcher Waffe der Täter die Schüsse abgegeben hat und wem sie gehörte.

Care-Team betreut Angehörige

Die Polizei hatte gestern das Gelände rund um das Haus weiträumig abgesperrt. Einerseits, um möglichst unbeobachtet die Spurensicherung durchführen zu können, anderseits um das Quartier möglichst von den Medien abzuschirmen. Denn der Schock war im Dorf zu spüren. Überall standen Menschen mit betretenen Gesichtern zusammen, versuchten das Unbegreifliche zu verstehen.

An der Medienkonferenz um 15 Uhr im Feuerwehrmagazin von Rünenberg fragte ein Journalist, ob es sich um ein Beziehungsdelikt gehandelt haben könnte und ob der Mann, der auf Wagner geschossen hat, ins Haus gelassen wurde oder ob er sich allenfalls gewaltsam Zutritt verschafft hatte. «Wir machen keine Angaben dazu, ob es sich um ein Beziehungsdelikt handelte», sagt Pilet.

Der 57-jährige Martin Wagner hat erst kürzlich seine Frau verloren. Sie ist nach langer Krankheit ihrem Krebsleiden erlegen. Der getötete Anwalt hinterlässt drei Kinder, das jüngste geht noch in die Primarschule. Der Täter hatte eine Frau und ebenfalls drei Kinder. Gemäss Adrian Gaugler, Leiter Externe Kommunikation Polizei Basel-Landschaft, kümmert sich das Care-Team Basel-Landschaft um die Hinterbliebenen.

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