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Sayonara, Basler Fasnacht!

Die Japanerin Asuka Sugiyama ist extra wegen der Fasnacht nach Basel gereist. Sie erzählt von ihren Erlebnissen an den «drey scheenste Dääg». Und erklärt wieso sie Basel besser mag als Zürich.

Mag die Basler Fasnacht: Asuka Sugiyama mit einem Waggis am Cortège.
Mag die Basler Fasnacht: Asuka Sugiyama mit einem Waggis am Cortège.
Raphael Joray

Am Abend vor dem Morgestraich fand in Liestal der Chienbäse-Umzug statt. Die Besucher nahmen zum Teil weite Wege auf sich, um dem heissen Spektakel beizuwohnen. Aber kaum jemand kam wohl von so weit her angereist wie die Japanerin Asuka Sugiyama.

«Es war sehr heiss, als die grossen Feuerwagen kamen», erzählt die 19-jährige. Sie stammt aus Osaka im Süden Japans und besucht seit einem Jahr das Langara College in Vancouver. Für die Basler Fasnacht ist sie extra aus Kanada angereist. Am Samstag ist sie in Zürich gelandet. Um sich für die «drey scheenste Dääg» warmzulaufen, hat sie am Sonntag den Chienbäse-Umzug in Liestal besucht. «Es hat mich überrascht, dass auch ein Kind einen brennenden Besen getragen hat», erzählt sie.

Kein Blitz am Morgestraich

Wenige Stunden später ging es an den Morgestraich. Sugiyama war erstaunt, dass so viele Leute die Innenstadt heimsuchten. Den Startschuss zur Basler Fasnacht fand sie «ganz speziell». Vor allem die lauten Trommeln sind ihr richtig eingefahren. Etwas klischeebehaftet ist ihre Neigung dazu, viele Fotos zu machen. Am Morgestraich hat sie dazu vorbildlich den Blitz ausgeschaltet.

Die Basler Fasnacht sei in Japan nicht so bekannt, meint Sugiyama. Dort kenne man die Schweiz vor allem für «Käse, Berge und Schoggi». Auch Heidi sei ein Begriff. Schliesslich wurde die erfolgreiche Heidi-Trickfilmserie auch in Japan produziert. Vor drei Jahren hat Sugiyama ein Austauschjahr in der Schweiz absolviert. Sie wohnte bei einer Gastfamilie in Bärschwil im Thierstein und ging in Laufen ans Gymnasium. Dort hat sie auch Deutsch gelernt. Während ihres Austausches ist sie aber nicht in den Genuss der Basler Fasnacht gekommen. Sie kam erst nachher in die Schweiz und ging vorher wieder. Lediglich für die Fasnacht in Binningen hat es ihr gereicht.

Räppli, Lauch und Schnitzelbänke

Das verpasste holt sie nun nach. Die ausgelassene Stimmung an der Fasnacht gefällt der ehemaligen Austauschschülerin sehr gut. «Viele Leute sind total verrückt.» Sie würden sich freuen, dass es endlich so weit sei. Auch Sugiyama selbst findet die Fasnacht «voll geil». Am Cortège vom Montag wurde sie gestopft, obwohl sie eine Plakette trug. Neben den Räppli gabs für sie aber auch eine Rose und eine Stange Lauch. «Mein Gastvater hat dann daraus einen Gemüsegratin gemacht.» Nicht aus der Rose, versteht sich. Am Cortège vom Mittwoch hat sie dann in erster Linie Orangen ergattert. Vielleicht gabs ja am Abend noch ein Glas frisch gepressten Saft?

Auch Schnitzelbänke hat sich die Japanerin angesehen. «Wir haben das im Fernsehen geschaut und mein Gastvater hat übersetzt. Aber ich habe es trotzdem nicht recht verstanden.» Wenn es auch mit den Schnitzelbänken etwas hapert, so kann sie sich dafür umso mehr für das Fasnachtsessen begeistern. Am Montag hat sie eine Mehlsuppe probiert. «Die war gut», urteilt sie. Ausserdem ist sie ein Fan von fasnächtlichem Gebäck. «Ich liebe Käsewäie», sagt sie. Erst kürzlich habe sie eine verdrückt.

Von Bärschwil bis London

Während ihrem Austausch hat Sugiyama ihren Klassenkameraden die japanische Küche schmackhaft gemacht. Sie veranstaltete einmal eine Party mit japanischen Essen. Grösstenteils war sie jedoch damit beschäftigt, herumzureisen. «In den Sommerferien habe ich ein Monats-GA gekauft und jeden Kanton besucht.» Aber nicht nur die ganze Schweiz hat sie abgeklappert, auf ihrem Reiseprogramm standen unter anderem auch die Destinationen Paris und London.

Auf die Frage, ob sie Basel oder Zürich schöner finde, hat sie schnell eine Antwort: «Ich mag Basel lieber, Zürich ist so gross», meint sie. Ihre Heimatstadt Osaka ist mit 2,6 Millionen Einwohnern zwar bedeutend grösser als die Stadt an der Limmat. Aber durch ihren Schweizer 800-Seelen-Wohnort Bärschwil haben sich ihre Grössenmasstäbe wohl etwas verändert.

Am Donnerstag, wenn die Fasnacht vorbei ist, muss sie schon wieder nach Kanada zurückfliegen. «Länger kann ich leider nicht bleiben, weil ich nur eine Woche Ferien habe», bedauert sie. Als Andenken bringt sie ihrer Gastfamilie in Vancouver Schokolade, Läckerli und eine Kuhglocke mit.

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