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Fasnacht 2016: «Mer mache dicht!»

Das Motto für die Basler Fasnacht ist offiziell: Es geht um das Ladensterben. Die Geschäfte machen dicht, wie auch auf der am Dienstag vorgestellten Blaggedde kunstvoll dargestellt wird.

Der Künstler Guido Happle präsentierte am Dienstag seinen Satz der Fasnachts-Blaggedde 2016 an der Vernissage im Volkshaus in Basel.
Der Künstler Guido Happle präsentierte am Dienstag seinen Satz der Fasnachts-Blaggedde 2016 an der Vernissage im Volkshaus in Basel.
Keystone
Auf der kupfernen Blaggedde beginnt das Kino: Der Waggis hat die Hand schon an der Kurbel, um den Rollladen herunter zu lassen.
Auf der kupfernen Blaggedde beginnt das Kino: Der Waggis hat die Hand schon an der Kurbel, um den Rollladen herunter zu lassen.
Keystone
Bei der Bijou-Variante ist auch der Rollladen vergoldet. Zudem zeigt sich auf dem Motiv auch die «alti Dante», die sich über das Schliessen eines weiteren Ladens wundert.
Bei der Bijou-Variante ist auch der Rollladen vergoldet. Zudem zeigt sich auf dem Motiv auch die «alti Dante», die sich über das Schliessen eines weiteren Ladens wundert.
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«Mer mache dicht» heisst das Motto der Basler Fasnacht 2016. Die am Dienstag vorgestellte Blaggedde dazu zeigt eine Schaufensterszene und spielt auf das Ladensterben in Basel an. Neu ist, dass der Satz als Handlung aufgebaut ist. Die Serie, die aus vier verschiedenen Blaggedden besteht, ist in der Art eines Daumenkinos gestaltet. Es werden drei Motive gezeigt. Während der Rollladen des Schaufensters in der kupfernen Ausgabe noch fast vollständig geöffnet ist, schliesst ihn ein Waggis bis zur goldenen Blaggedde vollständig. Im noch offenen Schaufenster ist ausserdem ein Wecker zu sehen, der fünf vor zwölf zeigt.

Die Blaggedde ist immer auch ein Zeitdokument, wie Adrian Kunz, der Blaggedde-Chef des Fasnacht-Comités, bei der Präsentation sagte: «In bewegten Zeiten finden auch kuriose oder umstrittene Themen auf die Blaggedde.» Seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses kämpft Basel mit dem Einkaufstourismus ins nahe Ausland. Mehrere Traditionsgeschäfte haben im laufenden Jahr «dicht gemacht».

Von einem Basler für Basel

Die Blaggedde 2016 stammt vom Basler Grafiker und Illustrator Guido Happle. Die Schaufensterszene könne durchaus auch «fasnächtlich-positiv» interpretiert werden: «Der Waggis macht am Montagmittag seinen Laden dicht und geht an die Fasnacht.» Es sei für ihn wichtig, dass eine Blaggedde zu Diskussionen anrege. Ausgewählt worden war sie bereits im Sommer in einem anonymen Wettbewerb aus 61 Einsendungen. Diese stammten von zehn Künstlerinnen und 36 Künstlern. Happle hat den Wettbewerb zum ersten Mal gewonnen.

Ebenfalls am Dienstagvormittag fand die Blaggedden-Vernissage statt, zu der das Comité rund 600 Obleute von Fasnachts-Cliquen geladen hatte. Der traditionelle offizielle Basler Fasnachtsführer «Rädäbäng» mit dem Sujet der einzelnen Cliquen wird am 29. Januar präsentiert. Erhältlich ist die Blaggedde 2016 vom 2. Januar an. Die Preise sind unverändert: 8 Franken für die kupfrige, 16 Franken für die silberne, 45 Franken für die goldene und 100 Franken für das kleine «Bijou». Bei der Gold-Blaggedde und beim «Bijou» ist ein Teil vergoldet. Wer das ganze Daumenkino erstehen will, zahlt für den Satz 169 Franken.

Knappere Produktion

Um Restbestände zu vermeiden, passt das Fasnachts-Comité in diesem Jahr die Produktion der Blaggedde an: So werden die Bestellungen von Gold-Blaggedde und Bijou, deren Herstellung länger dauert, knapper kalkuliert als in früheren Jahren. Die Basler Fasnacht 2016 beginnt am Montag, 15. Februar. Sie startet traditionsgemäss frühmorgens um 4 Uhr mit dem Morgestraich. Die Fasnacht dauert drei Tage. Der Cortège - der Umzug mit Tambouren, Pfeifern und Wagencliquen durch die Innenstadt - findet am Montag- und Mittwochnachmittag statt.

Passend zum Motto wird im Blaggedden-Zeedel von Alexander Sarasin auf Baseldytsch über das Ladensterben geklagt.

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