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Schaum-Vandalen, Jodler und «White Dinner» am Cortège

In Basel hat der zweite Höhepunkt der diesjährigen Fasnacht trotz trübem Wetter die Massen begeistert. Am Cortège spielen die Formationen ihre Sujets aus und überzeugten.

Die Fifa und Sepp Blatter bekamen bei der Chropf Clique ihr Fett weg. Aber auch neugierige Fotografen kamen nicht ungeschoren davon.
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Steve Last
Mehr Farbe ins Spiel bringen die Abverheyte, die auf Toleranz und Zusammenhalt pochen.
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Fabian Kern
Crème-Waggis in Aktion: Wer das Manderinli wohl gefangen hat?
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David Thommen
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Mit einer durchsichtigen Plastikhülle zum Schutz von Larve und Kostüme vor der Nässe haben sich viele aktive Basler Fasnächtler auf den Cortège vom Montagnachmittag vorbereitet. Dicke Wolken hingen am Basler Himmel, zudem wehte ein leichter Wind und gemessen wurden Temperaturen um drei Grad.

«Mer mache dicht» ist das diesjährige Motto der Basler Fasnacht, das auf das Ladensterben in der Stadt anspielt. Dialektexperten kritisierten das Fasnachts-Comité, weil «dichtmachen» gemäss ihrer Auffassung kein Baseldeutsches Wort ist.

In der Zwischenzeit ist dieses Thema von den eher schlechten Wetterprognosen abgelöst worden. Für den Umzug angemeldet haben sich 465 Cliquen, Wagen, Guggenmusiken und Chaisen. Dies sind acht weniger als im Vorjahr, als rund 11'000 aktive Fasnächtler gezählt wurden.

Laut dem Fasnachtsführer «Rädäbäng» gibt es in diesem Jahr kein eigentliches Topthema. Angekündigt worden waren etwa Themen zum «besorgniserregenden Zustand von Basel». Bei der Räppli-Clique heisst das Sujet beispielsweise «S Ladestäärben in der Stadt isch nid glatt». Die Laterne zeigt ein Leichenschauhaus mit den Geschäften, die im vergangenen Jahr in Basel geschlossen haben.

Impressionen vom Cortège am Montag. Video: David Thommen, Alexander Müller und Steve Last

Eine grosse rote Faust ist auf die Laterne des Dupf-Clubs gemalt: «Patriotischi Extremfasnächtler gege d'Infiltrierig durch Asyllandschäftler» heisst das Sujet, kurz: PEGIDA. Die Opti-Mischte widmen sich ebenfalls dem Kanton Basel-Landschaft. Auf ihrer Laterne ist unter anderem ein Sparmonster zu sehen: «Mir wei öis nümme!»

Gesellschaftskritische Sujets

Auch Sujets zu Problemen in der Gesellschaft und der Politik stehen im Fokus der Basler Fasnacht 2016: Die Laterne der Naarebaschi ist etwa in der Form eines Mannes gestaltet, der Bass spielt: «Bassismus Nein Danke! Kai Bass isch illegal» heisst es.

Die Alten Stainlemer nennen ihr Sujet derweil «Völggerball» und dem Fasnachtstourismus widmen sich die Gassegötter: Ihre Laterne zeigt die Mittlere Brücke mit zwei Zollkontrollstellen. An der Laterne der alten Garde der Pfluderi Clique drehen unter dem Sujet «Zrugg no Holland» vier Kuhglocken als Flügel einer Windmühle.

Die Aagfrässene zeigen auf ihrer Laterne das Bundeshaus mit Fäden davor und auf der Rückseite eine zusammengeklappte Marionette. «S Bärner Kaschperlitheater» heisst es hier. «S' isch immer wieder s' gliche Lied, s' isch nie ganz glaar, wär d' Fääde zieht» steht in einem Laternenvers dazu geschrieben.

Auf der Laterne der Rhygwäggi ist der Planet Mars zu sehen, der ein besorgtes Gesicht macht. Unter dem Sujet «Mars Aifach!» ist auf der Rückseite aufgelistet, wer eine Reise ohne Retourticket auf dem roten Planeten erhalten soll, nämlich etwa Sepp Blatter, Roger Köppel, Donald Trump oder Helene Fischer.

SDA/amu

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