Start mit Pfyfferli und Ridicule

Heute ist der Auftakt zur Vorfasnacht. Auf die Zuschauer warten Gilbert Gress im eigenen Coiffeursalon und ein Drummeli, das rocken wird.

Vorfreude: Mit den Vorfasnachtsveranstaltungen werden die langen Tage bis zur Fasnacht verkürzt.

Vorfreude: Mit den Vorfasnachtsveranstaltungen werden die langen Tage bis zur Fasnacht verkürzt.

(Bild: Tino Briner)

Nachdem das Geheimnis um die neue Fasnachts-Plakette gelüftet ist, sogar drei Tage früher als vom Fasnachts-Comité geplant, kommt sie morgen, am 5. Januar, in den Verkauf. Gar einen Tag vorher starten die ersten Veranstaltungen der Vorfasnacht: Heute feiern sowohl das Pfyfferli als auch das Ridicule ihre Premieren.

Seit mehreren Wochen wird im Theater Fauteuil am Spalenberg für das Pfyfferli geprobt, und bereits seit August läuft der Vorverkauf – entsprechend ist es schwierig, jetzt noch ein Billett zu ergattern. Das sechsköpfige Ensemble mit Colette Greder, Caroline Rasser, Salome Jantz, Peter Richner, Roland Herrmann und Gilles Tschudi ist zusammengeblieben. Sie werden sich, so viel wurde bereits verraten, unter anderem mit Baselbieter Themen beschäftigen. Für die Fasnachtsmusik sorgen Pfeifer- und Tambourenformationen mit Topleuten aus der Fasnachtsszene. Angesagt sind zudem einige Spitzen-Schnitzelbänke, pro Vorstellung jeweils deren zwei.

«E Räppli-Räge» im Badischen Bahnhof

Ebenfalls heute feiert das Ridicule Premiere – wie immer im Badischen Bahnhof, wo die Helmut Förnbacher Theater Company zu Hause ist. Das ­Ensemble hat die 14. Ausgabe unter dem Titel «E Räppli-Räge» einstudiert. Die Fasnachtsmusik soll in der neuen Ausgabe mehr Gewicht erhalten: Auftreten werden die Tambourenformation Pianoforte sowie die Pfeiferinnen und Pfeifer der UFS (Union Folklorique Suisse). Das Publikum kommt erneut in den Genuss einer Balkonszene, und der bald 92-jährige Carl Miville wird wiederum seine Sujetliste zum Besten geben. Zum letzten Mal, wie der Altmeister angekündigt hat.

Im Theater Arlecchino an der Amerbachstrasse steigt morgen das Fasnachtsbändeli. Hier ist Kommissar Spüürli der Star: Er muss diesmal einen Fall lösen, der am Tattoo spielt. Kaum angekommen, ist dort nämlich Benis Trommel verschwunden. Das Team von Theaterleiter Peter Keller verspricht einen vorfasnächtlichen Spass für Gross und Klein ab vier Jahren. Mit dabei: die Junge Garde der Wiehlmys, die Guggemusig Ventilatore und das Tanzwerk.

Mit Anna Rossinelli

«Willkomme in Basel» heisst es ab dem 10. Januar im Häbse-Theater. Das Mimösli bringt bissige Rahmestiggli, feine Fasnachtsmusik (Hofnaare, Stickstoff), Schnitzelbängg (Bangg-Ghaimnis, Spitzig Ryssblei) und Guggemusig (Messingkäfer, Rhyschwalbe) und einen musikalischen Leckerbissen – Letzterer ist Anna Rossinelli mit einer extra fürs Mimösli formierten Band, die ein Fasnachtsmedley bieten wird. Mit dabei ist der Piccolo-Virtuose Thomas Heid.

Ausschliesslich um die Pfeifer- und Trommelkunst geht es am Offizielle Bryysdrummle und -pfyffe, das von den Stammcliquen Aagfrässene, Dupf-Club, Naarebaschi und VKB unter dem Patronat des Fasnachts-Comités organisiert wird. Ausgeschrieben sind, sowohl bei den Alten als auch bei den Jungen, die Konkurrenzen Pfeifer Einzel, Tambour Einzel, Pfeifer-Gruppe (sechs Pfeifer), Tambouren-Gruppe (drei Tambouren) und die Gemischt-Konkurrenz (drei Tambouren, sechs Pfeifer). Bei den Alten gibt es zudem die Konkurrenz Solo-Duo (ein Pfeifer, ein Tambour). Ausgeschrieben ist zwar alles «männlich», doch ist das weibliche Geschlecht ebenfalls gemeint – die Frauen spielen im wahrsten Sinn des Wortes hier keine ­Nebenrolle. Die Vorausscheidungen finden am 10. und 11. Januar statt (ab 18 Uhr, Volkshaus, Wettsteinsaal, Meriansaal), die Finals am 12. Januar ab 19.30 Uhr (Volkshaus).

Weiter geht es am 19. Januar mit der Pemiere des Glaibasler Charivari im Volkshaus. Das Schauspieler-Ensemble ist fast das gleiche wie im Vorjahr, wieder dabei sind Colette Studer, Stephanie Schluchter, Bernadette Brack, Pirmin Muckenhirn und Niggi Reiniger sowie neu Benjamin Merz, der Ayan Sahin ersetzt. Zu den Mitwirkenden gehört wiederum die Charivari-Pfyffergrubbe (Leitung Kurt Stalder und Michi Robertson). Die Seibi-Clique bestreitet einen massgeblichen Teil des Programms und mit den Seibi-Stroossebängg auch den Schnitzelbank-Part. Angesagt sind die Guggemusig Schränz-Gritte und die Showgruppe Grey Coats, die das amerikanische Trommeln und Pfeifen serviert. Gilbert Gress betreibt einen Coiffeursalon – jeden Abend nimmt ein Top-Shot aus Showbusiness, TV und Sport Platz.

Fasnächtliche Leistungsschau

Derniere des Charivari ist am 2. Februar – am gleichen Abend beginnt das Drummeli, wieder im Musical-Theater, wo das Queen-Musical «We will rock you» den Fasnächtlern zwei Wochen lang die Bühne überlässt. Das Drummeli sei von Freddie Mercury und Queen inspiriert, liess Regisseurin Bettina Dieterle schon mal durckblicken. Die Rahmestiggli sollen knapper, frecher und lustiger werden, die ganze Produktion schwungvoller und kurzweiliger.

Die Abgänge der Profi-Schauspieler Charlotte Heinimann, Heidi Diggelmann und Urs Bihler wurden kompensiert mit Suzanne Thommen, Viola von Scarpatetti und Hugo Buser, geblieben sind ­Andrea Pfaehler, Marcel Mundschin und Kurt Walter. In der fasnächtlichen Leistungsschau, die das Drummeli nach wie vor ist, präsentieren sich 19 Stamm­cliquen. Dazu kommen die Guggen Schlangefänger und Sonate Schlyffer sowie die Schnitzelbänke Stroossewischer und Doggter FMH.

Weitere Veranstaltungen sind das Fasnachtskiechli (ab 22. Januar im Theater Scala, Almi und Salvi bereiten schon ihre sechste Ausgabe vor), das Kindercharivari (26. Januar), das Zofingerconzärtli (31. Januar), D Kuttlete (2. Februar) und das Museumskonzärtli (9. Februar). Auf die Kuttlete darf man gespannt sein: Dahinter stecken unter anderem Daniel Buser, Walo Niedermann, Roland Suter und Florian Volkmann von der Wirrlete, die in diesem Jahr pausiert. Das Motto lautet «Vyylfältige Schabernagg im Däägeli-Museum», dem Aufführungsort.

Basler Zeitung

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