Die Freude über die Blaggedde ist gross

Die vorzeitige Veröffentlichung des Fasnachts-Sujets erntet geteilte Reaktionen bei Obmännern.

Auf der Comité-Homepage waren Fasnachts-Motto und Plakette 2013 bereits am 25. Dezember zu sehen.

Auf der Comité-Homepage waren Fasnachts-Motto und Plakette 2013 bereits am 25. Dezember zu sehen.

Martin Regenass

Das am besten gehütete Geheimnis Basels ist drei Tage zu früh an die Öffentlichkeit gelangt: Am Dienstag wurden die Blaggedde 2013 und das damit verbundene Sujet sowie deren Kreateur Kurt Walter publik gemacht. Heute ist die offizielle Präsentation im Volkshaus. Die Fasnachtsszene reagiert darauf mehr oder weniger gelassen. Thomas Grüter, Obmaa der Alte Garde der Basler Bebbi, lacht: «Wenn das alle Sorgen sind die wir in Basel haben, dann können wir uns glücklich schätzen», sagt Grüter. Fehler seien eben menschlich. Er wird trotzdem voller Freudean die heutige Blaggedde-Präsentation gehen.

Das Sujet «Zu mir oder zu dir», das eine alte Basler Tante und einen Baselbieter Chienbäse-Träger aus Liestal zeigt, findet Grüter «sehr gut». Er selber befürworte eine Kantonsfusion der beiden Basel, worauf das Sujet anspielt: «Es ist höchste Eisenbahn, dass wir uns stärken in der Nordwestschweiz und das geht nur über einen Kanton.»

Anders empfindet das vorzeitige Erscheinen Robi Schärz, Obmaa des Basler Dupf-Clubs. Er ist enttäuscht. «Die Spannung für die Vernissage ist verflogen. Das ist schade», sagt Schärz, der sich normalerweise «riesig» auf den Anlass freut, dieses Mal aber ohne grosse Vorfreude vorbeigehen wird. Es sei halt, wie wenn ein Kind ein für es bestimmtes Geschenk zu früh entdecke. Die Blaggedde findet er super: «Die erinnert mich an frühere Blaggedden. Sie ist auf eine einfache Art gemacht.»

Suche nach Verursacher

Alain Grimm, Präsident der Basler Mittwoch-Gesellschaft, kann sich schwer vorstellen, dass jemand das vorzeitige Erscheinen einen Skandal findet. «Man macht zu viel Wirbel um das Ganze und misst der Blaggedde einen zu hohen Stellenwert bei. Man stilisiert sie zu einem Heiligtum hoch, das sie gar nicht ist», sagt Grimm. Das Sujet und die Blaggedde 2013 findet Grimm gelungen.

Weiterhin offen bleibt die Frage, wer für den Lapsus der zu früh veröffentlichten Blaggedde verantwortlich ist. Eine Spur führt zum Chefredaktor der Wirtschaftsmedien Online von Axel Springer Schweiz, Volker Strohm. Er hat die Nachricht am Nachmittag des 25. Dezembers via Twitter verschickt.

Strohm allerdings sagt, dass er nicht am Ursprung der Meldung gestanden habe: «Ich habe das Leck auf Facebook bei einem Kollegen entdeckt und dann als Erster getwittert – und dort sind eben viele Medienleute unter den Followern. Entsprechend nahm die Geschichte ihren Lauf.» Ihm zufolge habe jemand vom Fasnachts-Comité die Seite für die Vernissage von heute Freitag vorbereitet und sie versehentlich – aber ohne zu verlinken – freigeschaltet. Strohm nennt einen Facebook-User, von dem er die Meldung hat. Dieser macht am Telefon klar, dass er nicht Urheber der Meldung auf Facebook war, sondern sie auch «geteilt» und damit weiterverbreitet habe. Ein früherer Teilnehmer in der Facebook­­‑Kette war für eine Nachfrage nicht erreichbar.

Fehler beim Comité

Für André Auderset, Mitgründer der Seite fasnacht.ch und LDP-Grossrat war es ebenfalls das Comité, das den Lapsus verursacht hat. «Die haben bei der Vorbereitung der Seite für die Vernissage vergessen, eine Frist oder einen Filter einzusetzen. Darauf ist ein Newsletter rausgegangen», sagt Auderset. Der Fehler liege klar beim Comité.

Comité-Obmaa Christoph Bürgin bestreitet Audersets Theorie. Ein Newsletter oder andersweitige Aktivitäten des Comités über Facebook oder Twitter hätten nicht stattgefunden. Bürgin gibt aber Versäumnisse zu: «Die auf dem Internet bereitgestellte und hinterlegte Seite war zu wenig gesichert. Die Person, die nach der Blaggedde 2013 gesucht hat, muss das ganz klar aktiv mit einer Google-Suche getan haben.» Schade sei einfach, dass das Spannungsmoment für heute Freitag verlorengegangen sei. Bürgin versichert, dass eine Panne über das Internet in diesem Ausmass nächstes Jahr bestimmt nicht mehr passieren werde.

Basler Zeitung

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