Das sagt die BLT-Spitze zum BVB-Debakel

Auch die BLT-Führung zeichnet ein zweifelhaftes Bild von Jürg Baumgartner. Er soll jegliche Zusammenarbeit blockiert haben.

Gelb und Grün. Ein Zusammengehen von BLT und BVB würde Sinn machen, allerdings nur zu den Bedingungen der BLT. Die BLT arbeite bedeutend effizienter, so die Ansichten im Landrat.

Gelb und Grün. Ein Zusammengehen von BLT und BVB würde Sinn machen, allerdings nur zu den Bedingungen der BLT. Die BLT arbeite bedeutend effizienter, so die Ansichten im Landrat.

(Bild: Michael Koller)

Franziska Laur
Peter de Marchi

«Paul Blumenthal ist als Verwaltungsratspräsident untragbar – André Dosé und Andreas Büttiker sollen übernehmen», forderte die SVP Basel-Stadt gestern in einer Pressemitteilung. «Das ehrt uns, wir haben jedoch unsere Posten», sagt BLT-Direktor Büttiker dazu. Diese Forderung bestätige, dass man bei der BLT einen guten Job mache, fügt BLT-Verwaltungsratspräsident Dosé hinzu. Er setze jedoch auf die lange ersehnte Zusammenarbeit. Ein Termin für die Aufgleisung steht schon. Anfangs Januar wird er sich mit Blumenthal zum Mittagessen treffen.

Die letzten drei Jahre seien nicht einfach gewesen, führt Büttiker aus. Jegliche Zusammenarbeit auf strategischer Ebene sei zum Erliegen gekommen. «Wir haben eine BVB-Führung erlebt, die sich völlig auf sich selber konzentriert hat und alles selber machen wollte.» Trotz mehrfacher Versuche sei man stets schroff zurückgewiesen worden. Zu möglichen gemeinsamen Projekten wie Fahrplan-App oder Handy- Tickets haben die BVB einen eigenen Weg gewählt. Nun setze man grosse Hoffnungen auf einen Neuanfang. «Wir haben alles Interesse an einer starken BVB.» Dosé verschweigt jedoch nicht, dass er eine Aufarbeitung der Vergangenheit erwartet.

«Ein Albtraum geht zu Ende»

«Wir sehnen uns nach verlässlichen und integren Ansprechpersonen», sagt Büttiker. Kann dies Blumenthal erfüllen? Immerhin fordert die SVP seinen Rücktritt, weil er Baumgartner trotz anderslautenden Ratschlägen zunächst noch stützte. «Wir arbeiten mit den Leuten, die da sind», sagt Büttiker. Es sei nicht an der BLT zu beurteilen, ob er der richtige Mann am richtigen Ort sei.

Für eine Fusion sieht er zurzeit keinen Handlungsbedarf: So etwas aus einem Führungsdefizit heraus zu tun, erscheine ihm nicht sinnvoll. Ausserdem habe die BLT eine ganz andere Kosteneffizienz und Unternehmenskultur. Dabei spricht er nicht nur die Lohnunterschiede an. «Wir arbeiten in der Verwaltung mit halb so viel Leuten als die BVB», sagt er. Auch bei der Kommunikation sei man viel schlanker aufgestellt: «Darum kümmere ich mich persönlich. Bei den BVB gibt es hierfür fünf Leute.» Deutlich günstiger sei man auch beim Unterhalt von Trams und Bussen. «Die Leistungen kaufen wir bei KMUs in der Region ein und vermeiden dadurch teure Überkapazitäten.» Selbstverständlich verschliesse man sich einer Fusionsdebatte nicht, präferiere jedoch ganz klar die enge Zusammenarbeit.

Nun schauen die zwei obersten BLT-Vertreter hoffnungsfroh in die Zukunft: «Wir glauben, dass der Führungswechsel eine neue Chance ist», sagt Büttiker und fügt hinzu: «Ein Albtraum geht zu Ende.» Und Dosé schliesst: «Die Vergangenheit haken wir nun ab.»

BLT soll BVB übernehmen

Baudirektorin Sabine Pegoraro will nichts dazu sagen, ob jetzt vielleicht das BLT-Gespann um Andreas Büttiker und André Dosé die Führung der BVB übernehmen sollte. Im Landrat aber hat man sich eine Meinung gebildet. Das Duo wäre ideal, sagen Oskar Kämpfer, SVP-Präsident, und Fraktionschef Dominik Straumann. Auch Jürg Wiedemann (Grüne) und Balz Stückelberger (FDP) würden ihnen die Führung der beiden Transportunternehmen zutrauen. Und alle würden sie ein Zusammengehen von BLT und BVB begrüssen.

Allerdings nicht als Fusion, sondern als Übernahme der BVB durch die BLT, betont Kämpfer. Es müsse klar sein, wer was zu sagen hat. Aus einer Führungskrise kurzfristig eine Übernahmedebatte zu lancieren, sei aber nicht der richtige Weg, sagt Stückelberger. Ein Zusammengehen von BLT und BVB würde Sinn machen, allerdings nur zu den Bedingungen der BLT. Die BLT arbeite bedeutend effizienter. Diese Aussage unterstützen Kämpfer und Straumann. Auch Wiedemann sagt, dass zwei Verkehrsbetriebe auf so kleinem Raum zu viel Ressourcen und Geld verschlingen.

Basler Zeitung

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