Das leisteten sich die BVB-Chefs

Teure Geschäftsautos, «Weiterbildungen» in Berlin und Vetternwirtschaft – der Fiko-Bericht zeichnet ein Bild von BVB-Chefs, die ihre Positionen ungehemmt ausnutzten.

Franz Brunner geriet ebenfalls ins Visier der Fiko.

Franz Brunner geriet ebenfalls ins Visier der Fiko.

(Bild: Aissa Tripodi)

Verwaltungsratspräsident Martin Gudenrath und Direktor Jürg Baumgartner mussten bereits gehen, jetzt kommen auch Verfehlungen des Vize­direktors der Basler Verkehrsbetriebe (BVB), Franz Brunner, ans Tageslicht. Gestern Abend hat die Finanzkontrolle ihren Bericht doch noch – zumindest teilweise – veröffentlicht. Darin kritisiert sie, dass sich Brunner als Kadermit­glied allein im laufenden Jahr über 14 000 Franken an Überstunden hat ausbezahlen lassen. Dies ist nach der basel-städtischen Arbeitszeitverordnung, der auch die BVB unterstehen, unzulässig.

Ebenfalls nicht rechtens ist Brunners Geschäftswagen mit Kennzeichen des Kantons Solothurn, wo der Vizedirektor wohnt. Zu hohen Löhnen stellte er seine beiden kaum qualifizierten Söhne im Unternehmen an und schickte einen Sohn sogar für zwei Tage zur «Weiterbildung» nach Berlin, was die BVB über 1600 Franken kostete.

420-PS-Audi für Baumgartner

Auch Jürg Baumgartner liess sich ein Geschäftsauto bezahlen und wollte in diesem Jahr sogar auf einen Audi für über 100 000 Franken umsteigen. Als die BaZ davon erfuhr und eine Stellungnahme verlangte, wies Franz Brunner seine Mediensprecherin an, die Existenz eines Geschäftsautos zu leugnen.

Für Brunner könnte aber nicht nur seine Lüge unangenehm werden, wie der Bericht der Finanzkontrolle zeigt: So hatte Brunner ohne Ausschreibung, was gesetzlich vorgeschrieben ist, ­Aufträge in Millionenhöhe an mehrere Firmen im IT-Bereich vergeben.

Zumindest bei einer dieser Firmen ist der Vorwurf der Vetternwirtschaft nicht von der Hand zu weisen: Wie die BVB auf Anfrage mitteilen, kannte Franz Brunner den Inhaber einer Firma, die Aufträge im Umfang von 1,2 Millionen Franken erhielt, von einer Tätigkeit bei seinem früheren Arbeitgeber. Diese sponserte auch ein von Brunner organisiertes Lager des TV Breitenbach zusammen mit einem weiteren Unternehmen, das von ihm Aufträge unter der Hand zugeschanzt erhielt. Mit der Veröffentlichung des Berichts der Finanzkontrolle ist die Affäre offenbar alles andere als ausgestanden.

Basler Zeitung

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